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Grüne: Matt hat sich auf Museumskosten bereichert

05.07.2011 | 14:29 |  (DiePresse.com)

Schwere Vorwürfe erheben die Grünen gegen den Kunsthallen-Direktor: Matt habe für die Mitarbeit bei zwei Ausstellungen "doppelt kassiert". Die Kunsthalle widerspricht dieser Darstellung.

Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hat am Dienstag eine parlamentarische Anfrage der Grünen beantwortet und damit die Diskussion in der Causa Matt befeuert: Kunsthallen-Direktor Gerald Matt hat für zwei Ausstellungen im Kulturforum New York in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 8000 Euro Honorar erhalten, heißt es in der Anfragebeantwortung. Für eine weitere Schau 2010 bekam er kein Honorar.
Grünen-Kultursprecher Wolfgang Zinggl wirft Matt deshalb vor, er habe in zwei Fällen nicht nur für seine Arbeit "doppelt kassiert", sondern durch den Einsatz von Kunsthallen-Personal auch "Geld und Ehre" auf Museumskosten verdient. Das Museum wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, Matt sei in allen Punkten durch einen Prüfbericht entlastet worden.

Für Zinggl sind die Zahlen in der Anfragebeantwortung trotzdem "mehr als eine Offenbarung": "Es kann nicht das Museum Leistungen erbringen und der Direktor das Geld bekommen", betont er. Immerhin sei Matt "um viel Geld angestellt". Sollte es sich bei den Projekten allerdings nicht um Leistungen der Privatperson Matt, sondern um Kooperationen handeln, hätten weder Matt noch Mitarbeiter der Kunsthalle dafür extra entlohnt werden dürfen.In der Kunsthalle versteht man Zinggls Aufregung unterdessen nicht, immerhin seien die Zahlen bereits im Prüfbericht veröffentlicht worden.

Prüfbericht: "Zulässige Nebentätigkeit"

Für die Ausstellung "Under Pain of Death" wurde Matt laut Spindelegger als Gastkurator eingeladen, dafür erhielt er 5000 Euro und setzte eine Mitarbeiterin der Kunsthalle als "kuratorische Konsulentin" ein, die mit 500 Euro entlohnt wurde. Dem Prüfbericht zufolge handelt es sich dabei um eine "zulässige Nebentätigkeit im Sinne des Dienstvertrags" Matts, die Mitarbeiterin habe für die in ihrer Freizeit durchgeführte Arbeit Geld vom Kulturforum erhalten. Die Kunsthalle wurde demnach nicht geschädigt.

Die beiden anderen Schauen waren Kooperationsprojekte des Kunstforums New York mit der Kunsthalle und wurden von Matt mitkuratiert. Für "1989: End of History or Beginning of the Future" bekam Matt 3000 Euro, auch hier handelt es sich laut Kunsthallen-Vorstand um eine zulässige Nebentätigkeit, da Matt die Ausstellung für New York adaptiert habe.

Kein Geld für "Videorama"

Für "Videorama" wurden weder Matt, noch die von ihm als Kuratorin eingesetzte Mitarbeiterin entlohnt. Der Vorstand der Kunsthalle begründet dies damit, dass die Leistungen von Matt und der Mitarbeiterin "im Rahmen der Ausstellung für die Kunsthalle Wien" erbracht wurde.

 


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