Bregenz (VN-ag) "Perfect from now on" - wohl jede
Ausstellung könnte als
künstlerisches Statement
in diese Richtung interpretiert werden.
Beim Bregenzer Künstler Marbod Fritsch und seiner aktuellen Schau
im Art House geht die Behauptung mit Material und Ironie aber noch
ein Stück tiefer. Mit ganz neuen Arbeiten und den besten Vorsätzen
bestückt, ist Marbod Fritsch also im Art House angetreten. Zu sehen
sind mit Siebdrucken auf Glas und Mischtechniken auf Holz zwei
Werkserien jüngsten Datums, die unmittelbar auf die räumlichen
Gegebenheiten der Bregenzer Galerie Bezug nehmen. Und die
Überraschung ist bereits im ersten Raum groß: das mehrheitsfähige
Blau vergangener Jahre ist einem kraftvollen Farbakkord aus Weiß,
Grau und Orange gewichen, der gestische Duktus des Malers und die
graphischen Spuren des Zeichners sind von der technischen Präzision
des Siebdruckes und der klaren Nüchternheit des Materials Glas
getilgt.
Dabei sind es immer noch die Bildräume, fensterartige
Ausschnitte, unverkennbar, die Marbod Fritsch als Zusammenspiel von
zentrierter Konstruktion und Farbraum seit vielen Jahren
beschäftigen. Bezugnehmend auf ältere Werke und auf die Möglichkeit,
in der scheinbaren Perfektion und analytischen Kühle des Siebdruckes
durch mehrere Glasplatten übereinander oder das Hinzufügen von
"Schatten" zu agieren, ist es dem Künstler gelungen, neuen Raum zu
schaffen, in dem es immer wieder zu spannungsvollen Überlagerungen
und zu flirrenden Zwischentönen kommt. Dabei kommt ihm die Reduktion
auf vier Farben und sieben Grundformen, die untereinander immer
wieder variiert werden und so sehr schöne Abfolgen ermöglichen,
gerade recht. Keine Meta-Botschaften, sondern die reine Form
bestimmt die Arbeiten.
Beschränkung
Auch im zweiten Raum, in einer kleinen Reihe von gleichzeitig
entstandenen Mischtechniken auf Holz, dominieren wenige Elemente. Im
Verzicht auf Farben, in der selbst auferlegten Beschränkung auf
einen sanften Holzton, auf Weiß und das Grau des Bleistifts, besinnt
sich der Künstler auf die Grundkonstanten der Zeichnung. Als ließe
er plötzlich jeglichen Ballast hinter sich, wirkt alles leicht und
befreit. Und plötzlich diese Klarheit, ist man versucht zu sagen.
Dass die sich aber nicht als simpler Eingriff an der Oberfläche
erschöpft, sondern diese erst zur Projektionsfläche generieren
lässt, zeichnet die jüngsten, auf den Moment und das Werk bezogen
"perfekten" Artefakte von Fritsch aus.