VN Mi, 1.10.2003

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Kultur 

Ab jetzt wirklich perfekt

Neue Arbeiten von Marbod Fritsch in der Galerie Art House

Bregenz (VN-ag) "Perfect from now on" - wohl jede

Ausstellung könnte als

künstlerisches Statement

in diese Richtung interpretiert werden.

Beim Bregenzer Künstler Marbod Fritsch und seiner aktuellen Schau im Art House geht die Behauptung mit Material und Ironie aber noch ein Stück tiefer. Mit ganz neuen Arbeiten und den besten Vorsätzen bestückt, ist Marbod Fritsch also im Art House angetreten. Zu sehen sind mit Siebdrucken auf Glas und Mischtechniken auf Holz zwei Werkserien jüngsten Datums, die unmittelbar auf die räumlichen Gegebenheiten der Bregenzer Galerie Bezug nehmen. Und die Überraschung ist bereits im ersten Raum groß: das mehrheitsfähige Blau vergangener Jahre ist einem kraftvollen Farbakkord aus Weiß, Grau und Orange gewichen, der gestische Duktus des Malers und die graphischen Spuren des Zeichners sind von der technischen Präzision des Siebdruckes und der klaren Nüchternheit des Materials Glas getilgt.

Dabei sind es immer noch die Bildräume, fensterartige Ausschnitte, unverkennbar, die Marbod Fritsch als Zusammenspiel von zentrierter Konstruktion und Farbraum seit vielen Jahren beschäftigen. Bezugnehmend auf ältere Werke und auf die Möglichkeit, in der scheinbaren Perfektion und analytischen Kühle des Siebdruckes durch mehrere Glasplatten übereinander oder das Hinzufügen von "Schatten" zu agieren, ist es dem Künstler gelungen, neuen Raum zu schaffen, in dem es immer wieder zu spannungsvollen Überlagerungen und zu flirrenden Zwischentönen kommt. Dabei kommt ihm die Reduktion auf vier Farben und sieben Grundformen, die untereinander immer wieder variiert werden und so sehr schöne Abfolgen ermöglichen, gerade recht. Keine Meta-Botschaften, sondern die reine Form bestimmt die Arbeiten.

Beschränkung

Auch im zweiten Raum, in einer kleinen Reihe von gleichzeitig entstandenen Mischtechniken auf Holz, dominieren wenige Elemente. Im Verzicht auf Farben, in der selbst auferlegten Beschränkung auf einen sanften Holzton, auf Weiß und das Grau des Bleistifts, besinnt sich der Künstler auf die Grundkonstanten der Zeichnung. Als ließe er plötzlich jeglichen Ballast hinter sich, wirkt alles leicht und befreit. Und plötzlich diese Klarheit, ist man versucht zu sagen. Dass die sich aber nicht als simpler Eingriff an der Oberfläche erschöpft, sondern diese erst zur Projektionsfläche generieren lässt, zeichnet die jüngsten, auf den Moment und das Werk bezogen "perfekten" Artefakte von Fritsch aus.

Die Ausstellung ist in der Galerie Art House in Bregenz bis 11. Oktober zu sehen, geöffnet Montag bis Freitag, 14 bis 18, Samstag, 10 bis 12 Uhr.

Marbod Fritsch (Foto: VN/HZ)




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