VN Do, 24.6.2004

Politik
Lokal
Sport
Markt
Kultur
Welt

Chronik
Leserbriefe
TV
VN-Heimat

Anzeigen
eVN.vol.at
eVN-Offline






Kultur 

KOMMENTAR

Repräsentation darf etwas kosten

Der Kunstbericht des Jahres 2003 weist es aus: 52,80 Prozent der Ausgaben des Bundes fließen in die Bundeshauptstadt. Das ist angesichts der Tatsache, dass der Kunststaatssekretär dezidiert angekündigt hat, mehr in die Bundesländer investieren zu wollen, sehr viel. Die Zahl ist dennoch wenig aufschlussreich, denn Vergleichswerte gibt es nicht. In den Jahren zuvor hat man anders aufgelistet. Außerdem muss man wissen, dass die enormen Ausgaben für die Bundestheater (Burgtheater etc.) in den 52,80 Prozent nicht berücksichtigt sind.

Fest steht, dass Vorarlberger Theaterunternehmen vom Bund massiv gekürzt wurden. Und die, die der Rotstift (meist ohne Erklärung) traf, tröstet es nicht, dass das Bundesland nach neuer Auflistungsmethode zumindest im Gesamten ein kleines bisschen mehr abbekommen hat. Mit welcher Wirkung?

inmalige Zahlungen für Projekte sind zwar begrüßenswert, bedeuten aber noch keine stärkere Hinwendung zu den Ländern. Man weiß, dass Ausstellungen zur Architektur in Vorarlberg auf Tournee sind. Interessant ist, dass Politiker da nun Repräsentationsmöglichkeiten entdecken. "Austria West", eine Schau mit Tiroler und Vorarlberger Architektur, wird beispielsweise heute mit großem Politgeheul in New York eröffnet. Vor einem Jahr fiel der Startschuss der Wanderschau in Mailand. Damals reichte das Engagement nicht einmal für Beschriftungen in der Landessprache. Eine trübe Sache. Na ja, New York ist das glamourösere Foyer. Auch um Ideen von Baukünstlern politisch zu nutzen. Und wenn dieser Nutzen fest- steht, darf Kultur auch etwas kosten.

VON CHRISTA DIETRICH E-MAIL: christa.dietrich@vn.vol.at




Kultur 

Zum Seitenbeginn