Der Kunstbericht des Jahres 2003 weist es aus: 52,80 Prozent der
Ausgaben des Bundes fließen in die Bundeshauptstadt. Das ist
angesichts der Tatsache, dass der Kunststaatssekretär dezidiert
angekündigt hat, mehr in die Bundesländer investieren zu wollen,
sehr viel. Die Zahl ist dennoch wenig aufschlussreich, denn
Vergleichswerte gibt es nicht. In den Jahren zuvor hat man anders
aufgelistet. Außerdem muss man wissen, dass die enormen Ausgaben für
die Bundestheater (Burgtheater etc.) in den 52,80 Prozent nicht
berücksichtigt sind.
Fest steht, dass Vorarlberger Theaterunternehmen vom Bund massiv
gekürzt wurden. Und die, die der Rotstift (meist ohne Erklärung)
traf, tröstet es nicht, dass das Bundesland nach neuer
Auflistungsmethode zumindest im Gesamten ein kleines bisschen mehr
abbekommen hat. Mit welcher Wirkung?
inmalige Zahlungen für Projekte sind zwar begrüßenswert, bedeuten
aber noch keine stärkere Hinwendung zu den Ländern. Man weiß, dass
Ausstellungen zur Architektur in Vorarlberg auf Tournee sind.
Interessant ist, dass Politiker da nun Repräsentationsmöglichkeiten
entdecken. "Austria West", eine Schau mit Tiroler und Vorarlberger
Architektur, wird beispielsweise heute mit großem Politgeheul in New
York eröffnet. Vor einem Jahr fiel der Startschuss der Wanderschau
in Mailand. Damals reichte das Engagement nicht einmal für
Beschriftungen in der Landessprache. Eine trübe Sache. Na ja, New
York ist das glamourösere Foyer. Auch um Ideen von Baukünstlern
politisch zu nutzen. Und wenn dieser Nutzen fest- steht, darf Kultur
auch etwas kosten.