

Wien - Manchmal sind sie versteckt in Hinterhöfen, aber mit der "Wanderkarte" zum Atelierrundgang im 2. und 20. Bezirk findet man sie alle: Mehr als 80 Plätze in der Leopoldstadt und in Brigittenau präsentieren sich von 17. bis 19. April bei den "Tagen des offenen Ateliers". Die Freie Kunst- und Kulturinitiative Q202 hat es sich zum Ziel gesetzt, den Besuchern den "unkomplizierten und persönlichen Kontakt zu den Kulturschaffenden" zu ermöglichen, wie es im Pressetext heißt. Besuchen kann man neben den Hauptwegen auch die "Satelliten" in weiteren vier Bezirken - und auch das "Weichtalhaus" im Rax-/Schneeberggebiet ist mit Aktionen, die per Skype übertragen werden, mit dabei.
Bereits sechste Ausgabe
Es ist bereits der sechste Atelierrundgang, zu dem die Künstler jenseits des Donaukanals in ihre unmittelbare Arbeitsumgebung einladen. Vom Betonguss zum Textil, von der Fotografie zum Raumklang reicht die Entdeckungsreise, "die dazu animiert, Bezirksgrenzen, Stadtgrenzen, aber auch so manche ideelle Grenze mit der von Jahr zu Jahr wechselnden Künstlerschar zu überschreiten".
Immer enger wird die Verbindung zum "Satelliten" im Rax-/Schneeberggebiet, wo sich zahlreiche Künstler aus der Gegend im "Weichtalhaus" versammeln und per Internet-Standleitung zu "Lhotzkys Literaturbuffet" in der Taborstraße verbunden werden. Ungewöhnlich verbreitet wird auch eine Installation mehrerer Künstler am Max Winter Platz: Aus tausenden Milchpackungen gebaut, läuft der so "mit Milch fitgehaltene Künstler" am Sonntag gleich beim Vienna City Marathon mit, erzählte Organisator Hans Heisz.
Vielfältige Altelierlandschaft
Neben den derart bespielten Straßen von Wien sind es Künstlerwohnungen, Ateliers, Architekturbüros, Bade- und historische Schiffe und Gemäuer, Kirchen und Galerien, in der eine bunte Mischung aus Performances, Ausstellungen, Installationen, Videos, Musik, Tanz und Literatur angeboten wird. Da kann Kunst auch schon mal in gebackener Form auftreten, Bildhauer können Geigenbauer sein, die Kirchenorgel am Tabor genauso für Schwung sorgen wie der Jazz-Abend im tiempo nuevo. (APA)