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Valie Export revitalisiert ihren Wiener Glaskubus

14.04.2010 | 11:32 |  (DiePresse.com)

In und um das Glasobjekt auf dem Wiener Gürtel ist in den letzten Jahren wenig passiert. Das soll nun geändert werden, den Anfang macht die österreichische Künstlerin mit ihren Fotomontagen "Stadtbildern" selbst.

Seit rund zehn Jahren steht im Mittelstreifen des Wiener Gürtels bei der U-Bahn-Station Josefstädterstraße Valie Exports transparenter Glaskubus. Der als Ausstellungsraum und eigenständiges, skulpturales Objekt geplante Würfel hat seine Position als künstlerischer Brennpunk in den vergangenen Jahren jedoch verloren. Nun soll der Raum mit einem neuem Programm wiederbelebt werden: Den Auftakt dazu macht eine Fotoinstallation der Künstlerin selbst, der bis Juni zahlreiche weitere feministische Arbeiten beiseite gestellt werden.

Unter dem Titel "Stadtbilder" hat Export zwei Fotomontagen aus ihrem 2001 begonnenen Salzburger Zyklus für Wien aufbereitet. Die Künstlerin fotografierte zunächst Teile des Salzburger Allgemeinen Krankenhauses und dort arbeitende Krankenschwestern. Für die am Kubus angebrachte Folie wurden dann beide Elemente in der Tradition der dadaistischen Körper-Objekt-Montagen eines Man Ray miteinander kombiniert. Zugleich setzt EXPORT ihre seit Jahrzehnten andauernde, performative und filmische Beschäftigung mit dem weiblichen Körper im digitalen Medium fort. Zusätzlich sind auf den Schwarz-Weiß-Aufnahmen Texte von H.C. Artmann und Rosa Bock abgedruckt. "Es geht nicht alleine um eine feministische oder weibliche Darstellung", begründet Export die Auswahl der Autoren.

Neben den beiden "Stadtbildern" sollen bis Juni noch ein Werkgespräch mit der Künstlerin, die Performance "Unternehmen Mutterschiff" von Vanja Fuchs und AIKO/Kazuko Kurosaki sowie eine Diskussion über Frauen in Politik und Kunst folgen. Auch danach solle der wertvolle Raum weiterhin bespielt werden, wobei das Konzept noch nicht feststünde, unterstrich Ricky Renier von Kunst im öffentlichen Raum (KÖR). Die Initiative zur Wiederbelebung ging vom KÖR und dem Projekt VIEW (Vision Entwicklung Westgürtel) aus.

Glas als Kontrast zu geschlossenen Systemen

Errichtet wurde "Kubus Export - Der Transparente Raum" unter dem Gürtelbogen 48 im Jahr 1999 auf Initiative der damaligen Frauenabteilung an der Schnittstelle zwischen innerem und äußeren Gürtel. Selbst die Verbindungselemente bestehen aus Glas, da der Kubus als transparenter Raum einen Kontrast zur Geschlossenheit gesellschaftlicher Systeme bilden sollte und dem Klischee der Ghettoexistenz feministischer Kunst entgegengesetzt konzipiert wurde.

Eigentlich sollte die Lichtschiene unterhalb des Baukörpers diesem in der Nacht einen schwebenden Eindruck verleihen "Es funktioniert etwas, aber nicht so hundertprozentig, wie ich mir als Künstlerin das vorstelle", bedauerte EXPORT. Auch sei das einst geplante Wasserbecken um den Kubus aufgrund notwendiger Genehmigungen nicht realisiert worden. Überhaupt sei es immer ein Problem gewesen, die Stadt dazu zu bewegen, Geld in die Bespielung zu investieren. "Das ist ganz träge und ganz schwierig", so EXPORT. Umso mehr freue sie sich nun über die Wiederbelebung.

 


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