04. Juni 2010 - 00:04 Uhr · · Kultur

Lichtrausch im Museum: „Maler des Lichts“

Lichtrausch im Museum

Eine perfekte Symbiose gehen in Hellmonsödt Kunst und Architektur ein. Im offenen, hellen Museum Artemons kommen die Werke der oberösterreichischen Spätimpressionisten Max Hirschenauer, Demeter Koko und vor allem Anton Lutz fabelhaft zur Geltung. Die drei Künstler waren eng befreundet, ihr Stil jedoch unterschiedlich. Der Schärdinger Max Hirschenauer (1885 - 1955) blieb ein eigensinniger und eigenständiger Traditionalist, wie Demeter Koko (1891 - 1929) verarbeitete er zwar nicht die Schrecken des Krieges in seinen Bildern, doch in den gedeckten Farben, die diese beiden verwenden, schwingt immer ein bisschen Schwere mit. Einzig in seinen Aktmalereien schafft es das meisterhaft inszenierte Licht, die Dunkelheit gänzlich zu vertreiben.

Ähnlich einfühlsam wie die alabasterfarbenen Frauenkörper malte Hirschenauer seine Porträts, allerdings liegt auf den Gesichtern meist eine Last, die auf das ganze Bild drückt. Der Linzer Koko, der mit nur 38 Jahren an Tuberkulose starb, brachte auf einer Ungarnreise Licht in seine Bilder. Die südliche Landschaft und die exotische Lebensweise der Zigeuner hielt er fest.

In den Gemälden von Anton Lutz (1894 - 1992) wird seine Entwicklung, die Hinwendung zum Impressionismus, deutlich. Zum Greifen wird sie, wenn man zwei Landschaften, die nebeneinander auf dem Außenrund des inneren Aufgangs im Museum hängen, betrachtet. Die eine, aus dem Jahr 1913, noch naturalistisch, die andere, gut 10 Jahre später entstanden, zeigt den impressionistischen Malstil. Doch während bei Hirschenauer und Koko das Licht stets ein Stilelement bleibt, sind die Werke von Lutz lichtdurchflutet. Der in Prambachkirchen geborene Künstler wurde 98 und hinterließ ein dementsprechend reiches Schaffen, in dem der Impressionismus eine große Rolle spielt, wenn auch Lutz sich danach weiter entwickelt hat. (ulb)

Info: Maler des Lichts - Kunstmuseum Artemons in Hellmonsödt, bis 22. August, sonntags von 10 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Voranmeldung unter 0699 166 888 81.

Quelle: OÖNachrichten Zeitung
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,405089
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