| Salzburger Nachrichten am 27. Mai 2003 - Bereich: kultur
Gironcolis Werk in die Steiermark
Der Plan für eine Kunsthalle in Bad Bleiberg, Kärnten, ist gescheitert
KLAGENFURT (SN-m.b.). Das vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) seit mehr als zwei Jahren angekündigte Projekt einer "Gironcoli-Kunsthalle" in der Gemeinde Bad Bleiberg ist geplatzt: das Land, das "alles getan habe, um diese große kulturelle Chance für Kärnten zu nützen", ziehe sich nun von diesem Projekt zurück, erklärte Haider in einer Aussendung. Die Begründung: Gemachte Zusagen seien verspätet oder gar nicht eingehalten worden. Kärntens SP-Chef Peter Ambrozy spricht indes von einem "Versagen" und dem "Eingeständnis einer verfehlten Kulturpolitik". Laut Haider seien sowohl ein "umfassendes Werksverzeichnis" als auch "Rekonstruktionsanweisungen" der in viele Teile zerlegten Skulpturen trotz vieler Urgenzen vom Künstler nicht beigestellt worden. Wie berichtet, muss Bruno Gironcoli im Juni 2004 mit seinen Monumentalwerken aus den Räumlichkeiten der Wiener Akademie für Bildende Kunst ausziehen. "Die Zeit drängt, wir haben lange gewartet, aber in Kärnten gab es immer wieder Verzögerungen und Probleme", erklärt Christine Gironcoli, die Frau des Künstlers. Nun wird ein großer Teil des OEuvres in die Steiermark übersiedeln. "Die Arbeiten werden im oststeirischen Schloss Herberstein gezeigt", sagt Christine Gironcoli. Details werden morgen, Mittwoch, präsentiert. Es heißt, dass Architekt Hermann Eisenköck auf dem Schlossgelände ein 2000 Quadratmeter großes Gebäude errichten wird. Während Haider betont, dass das "großzügige Angebot des Landes" von dem aus Villach stammenden, international renommierten Bildhauer nicht angenommen worden sei, wirft SP-Chef Ambrozy Haider vor, das Gironcoli-Projekt zu einer ,never ending story' gemacht zu haben: ein "eindeutiges Nicht genügend für den Kulturreferenten". ÖVP-Landesobmann Georg Wurmitzer bedauert das "Aus" für das Gironcoli-Museum, schlägt zugleich aber auch vor, nochmals ein offizielles Gespräch mit dem Künstler zu führen.
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