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24.01.2002 - Ausstellung
Eine poppige Parade
Richard Lindner (1901 bis 1978), bekannt durch seine plakativen, strengen Figurenbilder, gilt ein Werkstatteinblick in der Wiener Galerie Hilger.


Aus der Alten hatte Richard Lindner ein gewisses Potential in die Neue Welt hinübergerettet und es dort dem Getriebe in einer "Fun City" angepaßt. In Europa war er in Berlin und München vor seiner Emigration nach Paris (1933) und seiner gelungenen Flucht nach New York (1941) bereits als Graphiker und Illustrator tätig gewesen.

Seine Art der Verknappung und Stilisierung des Ausdrucks in der Verbindung des Mechanischen mit dem Körperlichen hat Wurzeln wohl schon in der Nürnberger Zeit des in Hamburg geborenen Künstlers. In Nürnberg nämlich beschäftigte sich seine Mutter mit dem Verkauf maßgeschneiderter Korsetts. An sie erinnert Lindners in modische Accessoires eingezwängte, wie verpuppt oder gerüstet erscheinende Personnage, wie er sie in den sechziger Jahren in New York entstehen ließ.

Die Galerie Hilger zeigt von ihm jetzt eine kennzeichnende Auswahl von Bildern neben Lithographien, setzt einen wichtigen Akzent jedoch vor allem auf eine reichliche Anzahl von Entwürfen. Sie geben einen kennzeichnenden Einblick in die Art, wie sich Lindner zu seinen emblematisch wirkenden Gestalten, vor allem den immer wieder auftretenden Figurenpaaren, vorgearbeitet hatte. Ein frühes Blatt aus dem Jahr 1960 mit dem Titel "Construction" läßt bereits alle sein späteres Werk prägenden Bestandteile in ihrer graphisch-plakativen, poppigen, einprägsamen Erscheinung erkennen.   K. S.

Bis 2. März, Di. bis Fr. 10 bis 18, Sa. 10 bis 16 Uhr.



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