In
der Wiener Kunsthalle setzen sich 40 KünstlerInnen der medialen
Vermittlung von Krieg aus.
Leider ist dieses Thema immer aktuell.
„Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien“, so der Untertitel der
laufenden „Attack“-Ausstellung in der Wiener Kunsthalle,
thematisiert Ikonografien und Symboliken von Kriegsbildern.
Ausgangspunkt dafür war die Beobachtung, dass sich Kriege immer mehr
in ein virtuelles Feld begeben, dessen Abstraktionsgrad eine
unheilvolle Allianz eingeht mit populärkulturellen Phänomenen. Dabei
stellte man sich die Frage, wie Kunst Gegenbilder zu den medial
vermittelten Bildern produzieren kann – und diese damit hinterfragt
oder bricht.
Eine der eindrucksvollsten Arbeiten der Schau
(Kuratoren: Gabriele Mackert und Thomas Mießgang) ist ein Video-Loop
von Sigalit Landau, die an einem Strand bei Tel Aviv einen
Hula-Hoop-Reifen aus Stacheldraht um ihre Hüften kreisen lässt – ein
subtiler Kommentar zum endlos andauernden
israelisch-palästinensischen Konflikt. Selbstrepräsentation und
Selbstbewusstsein von KämpferInnen reflektieren die Fotografien von
Collier Schorr und Adi Nes, die Unsicherheiten und homosexuelle
Konnotationen ausloten; Hans-Jörg Mayer lässt daneben Künstlerinnen
und Theoretikerinnen Zeitungsfotos von Soldatinnen nachstellen.
Tiefer in die Strukturen medialer Bilder blicken Martha Rosler und
Richard Hamilton: Rosler mit ihren verwirrend montierten und so die
Konvention von Narrativen hinterfragenden Nachdrucken von
Zeitungsausschnitten; ein riesiges Hamilton-Bild von einem Fernseher
mit Kriegsbildern dominiert den Raum. Einige Exponate weisen zwar
wenig Berührungspunkte mit dem eigentlichen Thema auf, dennoch:
Fragestellungen und Aussagen sind schlüssig.