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Kunstberichte

"Sammlung des 21. Jahrhunderts" im MAK-Flakturm: Ungewöhnliches Konzept für 20-Millionen-Projekt

Kunst, die sich selbst finanziert

MAK-Kunstdepot im Flakturm Arenbergpark: 13 Stockwerke für Kunst. MAK

MAK-Kunstdepot im Flakturm Arenbergpark: 13 Stockwerke für Kunst. MAK

Von Werner Grotte

Aufzählung Wertsteigerung statt Subventionen.
Aufzählung Bund und USFinanciers geben fixe Zusagen für Ausbau.

Wien. MAK-Direktor Peter Noever steht gern für polternde Wortspenden – dass ein noch lauteres Echo zurückkommt, ist selten: Bei der Präsentation seines Projektes "Sammlung des 21. Jahrhunderts" im MAK-Flakturm in Wien-Landstraße konnte er kritische Journalistenfragen allerdings nur mit Mühe abwehren.

Dabei tat Noever nichts anderes, als ein Finanzierungsmodell vorzustellen, wie es etwa im Wissenschaftsbereich längst üblich ist, wenn etwa Universitäten selbst an Forschungseinrichtungen beteiligt sind, dort Leute ebenso ausbilden, wie beschäftigen und damit (auch) kommerzielle Interessen verfolgen.

Nicht zuletzt will sich das US-Financiers-Ehepaar Frederick und Laurie Samitaur Smith an der Realisierung der Flakturm-Kunstsammlung beteiligen: Die beiden sind bekannt dafür, mit ihrer "Samitaur-Foundation" Künstler dadurch zu finanzieren, dass sie den Banken deren Werke als Kredit-Besicherung anbieten und diese durch regelmäßige Evaluierung ständig im Wert steigen.

Ähnlich will man auch die Sammlung im rund 13.000 Quadratmeter Nutzfläche bietenden Gefechtsturm aufbauen. Die Adaptierung des Gebäudes soll laut Konzept 20 Millionen Euro kosten, darin inkludiert sind die Errichtung eines externen "Medien- und Versorgungsturmes", Restaurants, Küche, Bar sowie Installationen von Jenny Holzer und ein "Skyspace" von James Turell.

Förderfreier Betrieb

Turm-Eigentümer BIG (Bundes-Immobiliengesellschaft) übernimmt davon die gesamte Elektro- und Klimatechnik-Installation im Wert von 2,04 Millionen Euro, wie BIG-Sprecher Christoph Stadlhuber versicherte: "Langfristige Investitionen in Kulturobjekte passen gut in unser Konzept."

Bund und Stadt Wien sollen jeweils weitere 3,5 Millionen Euro übernehmen, die CAT-Betreibergesellschaft um Noever und den Investmentbanker Johannes Strohmayer wollen – unter anderem mit Hilfe von "Samitaur" – 8 Millionen aufbringen, die restlichen 2,98 Millionen sollen durch Pächterinvestitionen hereinkommen.

Die "100 bis 120 Künstler aus aller Welt", die Noever danach zur Produktion ihrer Werke einbringen will, sollen laufend eine "weltweit einzigartige Sammlung zeitgenössischer Kunst in ebensolchem Ambiente" produzieren, wobei Besucher zusehen dürfen. Der Betrieb selbst soll sich durch Wertsteigerung der Werke, Eintrittskarten und "Sekundär-Kunstmarkt" subventionsfrei erhalten.

Kritiker stoßen sich an der Verquickung "eines Museumsdirektors der Republik Österreich, der eine teils frei finanzierte Sammlung mit unklaren Eigentumsverhältnissen aufbaut". Noever kontert, ohne antiquierte Subventionsmodelle müsse man eben neue, innovative Wege einschlagen.

Mittwoch, 16. November 2005


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