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vom 15.03.2006 - Seite 021
KUNST AUS WOLLE: Kulturelle Begegnung zwischen Ost und West durch kreative Arbeit mit traditioneller Technik des Filzens

Kreisrund wie eine Jurte sind die Kulturen vernetzt

VON ULRIKE STEINER

Der anatolische Hirtenmantel Kepenek und der Wetterfleck aus dem Salzkammergut - über die geographische Distanz hinweg sind diese Kleidungsstücke aus gewalkter Wolle enge Verwandte als unverwüstliche Kälte- und Regenschützer, Körper-Zelte. Schafwolle als durch alle Kulturkreise verbreiteter Ur-Werkstoff ist Ausgangspunkt der Ausstellung "Keçe Sanat - Die Kunst des Walkens" in der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz (bis 7. April). Das junge Mühlviertler Künstlerpaar Gudrun Medicus und Paul Hasenberger studierte auf einer Reise nach Anatolien die Techniken des Handwerks, brachte sowohl Anschauungsmaterial als auch Inspiration für eigene Arbeiten mit. Beide Elemente sind in die Ausstellung integriert, deren Aufbau von den traditionellen Wurzeln über zeitgeistige Kleidungsstücke wie Kappen und Taschen hin zu Rauminstallationen führt, die in ihrer starken spirituellen Ausstrahlung den Kreis zu den mythischen Wurzeln schließen. Parallel erarbeitete Renate Hinterkörner mit Studierenden Wolle zu raum- und körperbezogenen Objekten. In einer mongolischen Jurte werden Workshops für Schulklassen und interessierte Kindergruppen angeboten (Tel. 07941 / 88 58).

Expressive Rauiminstallationen von Gudrun Medicus in der Kapelle der Pädagogischen Hochschule am Salesianumweg

Foto: Hasenberger


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