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| Graz |
| William Kentridge in der Neuen Galerie am Landesmuseum
Joanneum von Sabine B. Vogel |
| Seurat, Tiepolo, Matisse – ihre Bilder sind für William Kentridge Zeugnisse eines ‹wohligen Einvernehmens mit der Welt›, sind Visionen eines Zustands der Unschuld. Eines Zustands, der für Kentridge unmöglich ist. Kentridge lebt in Südafrika, Schuld und Unschuld erlebt er als politische Kategorien. |
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William Kentridges
Zeichnungen, Animationsfilme und Theaterproduktion lassen sich nicht vom
politischen Lebenszusammenhang trennen. ‹Diese Position, weder ein aktiver
Teilnehmer zu sein, noch ein völlig unbeteiligter Beobachter, ist der
Ausgangspunkt und das Gebiet meiner Arbeit.› Schwarz-weisse
Kohlezeichnungen, die von Ereignissen und von der Geschichte Südafrikas
erzählen, verbinden sich im Film zu einer Story. Rund zwanzig Zeichnungen
entstehen für jeden Film. Kentridge verwendet jedes Blatt mehrmals,
radiert Details weg, fügt anderes hinzu und radiert wieder. Dieser Prozess
bleibt in den Zeichnungen sichtbar. Es ist mehr als nur eine Technik, um
mit wenigen Zeichnungen einen Film herzustellen. Es erzeugt die für
Kentridge typische Filmästhetik ruckartiger Abfolgen und die intensive,
durch Wiederholungen fast gleichbleibender Bilder entstehende Stimmung.
Vor allem aber entspricht das Ausradieren konsequent den zentralen Themen
seiner Arbeiten, ‹wie Gefühle so flüchtig sein können und das Gedächtnis
so kurzlebig› (W.K.), Fragen des Erinnerns und Vergessens. Bis 15.1.1999 |
| Copyright by Kunst-Bulletin Schweiz
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| Ausgabe: | 11 / 1998 | |
| Institution: | Neue Galerie (Graz) | |
| Autor/in: | Sabine B. Vogel | |
| Künstler/in: | William Kentridge | |