VN Di, 12.3.2002

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KOMMENTAR

Die Versäumnisse der Berufsvereinigung

VON CHRISTA DIETRICH

Seit Jahren stellen einige Künstler in Vorarlberg - vor allem jene, die sich aufgrund eines einschlägigen Studiums als solche definieren bzw. die ihre Existenz über ihre künstlerische Arbeit und nicht als Lehrer zu sichern haben - fest, dass ihnen ihre subventionierte Standesvertretung, die Berufsvereinigung bildender Künstler, berufsrelevante Informationen vorenthält. Vor wenigen Tagen wurde das Forum "KunstVorarlberg" gegründet, in dem man nun solchen Aufgaben nachkommen will.

Irgendwann wird dieses Forum vielleicht mit Subventionsforderungen an das Land herantreten. Infolgedessen ist es nicht verwunderlich, dass das Land nun die Tätigkeit der Berufsvereinigung genauer unter die Lupe nimmt. Geht doch aus dem Absatz 2 der Satzungen deutlich hervor, dass die Berufsvereinigung den Zweck hat, die "kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Künstler zu vertreten und zu fördern". Dass dies nicht nur durch Ausstellungen geschehen kann, steht fest.

Freilich darf man sich dabei auch fragen, warum sich die Kritiker nicht innerhalb der Berufsvereinigung stärker bemerkbar gemacht haben, beruft sich der Verband doch nun in einer Presseaussendung auf die Möglichkeit der Einflussnahme durch Neuwahlen des Vorstandes und des Präsidenten im Zweijahresrhythmus.

Unerwähnt bleibt hier, dass diesbezüglich ein sehr starres Prozedere angewendet wird. Zur Wahl steht den Mitgliedern im Allgemeinen die Bestätigung des Vorstandes. Als eine Künstlerin einmal vorschlug, hier ein Rotationsprinzip einzuführen, wurde sie schroff abgewiesen.

Und was die Informationspflicht der Künstlervereinigung betrifft, darf erwähnt werden, dass die Mitglieder derzeit noch auf das Protokoll der Jahreshauptversammlung des Vorjahres warten, die ausgerechnet in der Osterwoche angesetzt wurde. Presseleute wissen aufgrund der jüngsten Aussendung immerhin, dass die nächste an einem Abend im April 2002 stattfinden wird. Die Mitglieder der Berufsvereinigung haben diese Information noch nicht erhalten.




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