Symbolisches Bauwerk

Mit einer feierlichen Zeremonie ist am Donnerstag das österreichische Kulturforum in New York offiziell eröffnet worden.


Kulturstaatssekretär Franz Morak (V) würdigte in seiner Rede die "herausragende Leistung" des Architekten Raimund Abraham. "Sein Entwurf entspricht dem Ziel des Österreichischen Kulturforums, ein Ort der Zusammenarbeit, neuer Ideen und neuer Formen zu sein", sagte Morak. Die Eröffnung sieht Morak auch als "symbolische Geste der österreichischen Solidarität" mit New York nach den Terroranschlägen des 11. September und als das Abtragen einer Dankesschuld für die Aufnahme von österreichischen Flüchtlingen und Emigranten in der Zeit des Nationalsozialismus.

11 East 52nd Street (Zum Vergrößern bitte anklicken) / ©Bild: APA
11 East 52nd Street (Zum Vergrößern bitte anklicken) / ©Bild: APA
Als Ehrengäste aus Österreich waren zur Eröffnung nach New York der ehemalige Vizekanzler Alois Mock (V) und der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) sowie dessen Vorgänger, Peter Marboe, gekommen. Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) hatte eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung das Gebäude besichtigt und dabei den Architekten Abraham wegen dessen Wechsels der Staatsbürgerschaft scharf kritisiert und ihm Mitverantwortung für die hohen Baukosten vorgeworfen. Beide Punkte kamen bei der offiziellen Eröffnung nicht zur Sprache.

Die Kulturstadträtin der Stadt New York, Kate D. Levin, verlas eine Grußbotschaft von Bürgermeister Mike Bloomberg, in der dieser den 18. April 2002 zum "Tag des Österreichischen Kulturforums" erklärte. "Das österreichische Kulturforum ist ein wunderbarer Beitrag zur künstlerischen Atmosphäre unserer Stadt", würdigte Bloomberg. Das Gebäude werde die kulturellen Verbindungen zwischen Österreich und den USA stärken.

Auch eine Grußbotschaft des Gouverneurs von New York, George Pataki, wurde verlesen. Darin verwies er auf den Wiederaufbau der Stadt nach dem Terroranschlag auf das WTC und würdigte das Kulturforum als wichtigen kulturellen Beitrag. Der Leiter des Kulturforums, Christoph Thun-Hohenstein, bezeichnte in seinen Eröffnungsworten das Gebäude als "großartiges Bauwerk".

Das Klangforum Wien beeindruckte die Gäste der Eröffnung mit der Aufführung von zwei zeitgenössischen Werken. "Rounds" von Roman Haubenstock-Ramati und die Weltpremiere von "Poly-Rendering" von Franz Hackl wurden von den Musikern dargeboten. Am Abend wird das Klangforum Wien mit einem mehrstündigen "Musik-Marathon" den künstlerischen Auftakt für das ambitionierte zehnwöchige Eröffnungsprogramm liefern. Österreich 1 berichtete live aus New York.

Der Eingangsbereich des neuen Kulturforums / ©Bild: APA
Der Eingangsbereich des neuen Kulturforums / ©Bild: APA

Zur Eröffnung waren unter anderem der ehemalige US-Botschafter in Österreich, Henry Grunwald, der aus Österreich stammende Rabbiner Schneier und zahlreiche Persönlichkeiten aus der New Yorker Kunst- und Kulturszene gekommen. Auch der österreichische Botschafter in den USA, Peter Moser, und der Ständige Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York, Gerhard Pfanzelter, nahmen teil.

Bisherige Beiträge aus New York

Spektakuläres Gebäude
Amerikaner aus Protest
US-Pressestimmen
Chronologie

Link: Austrian Cultural Forum

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