VN Do, 2.10.2003

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Kultur 

Auch Elsa und Alfons tun es

Hubert Lampert bei "c.art"

Dornbirn (VN-ag) Der Begriff "Oxymoron", das "Scharfdumme", stammt aus dem Griechischen. Es bezeichnet die Zusammenstellung zweier sich widersprechender Begriffe, sei es als Additionswort oder als rhetorische Figur.

Wie bittersüß sich damit Kunst machen lässt, beweist der Bildhauer Hubert Lampert in der Dornbirner Galerie "c.art". Material und Farbe, Zufall und Gesetzmäßigkeit: das sind die Komponenten, mit denen sich der Götzner in seinem Werk befasst. Mit der Konzeption der so genannten "Informationsbänder" gesellen sich Objekte dazu, die auf der Abstraktion und der Verdichtung von Wissensvermittlung als codierte Information basieren. So entpuppen sich scheinbar digitale Fassaden von Bar- bzw. Strichcodes in der Draufsicht als lesbare, mitunter meterlange Schriftsätze oder mutieren zur aktuellen Reihe der "Oxymoron"-Arbeiten.

Hassliebe

"Nein & Ja", "Hassliebe" oder"VerachtendesBegehren" - es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, diese Arbeiten zu lesen. Befindet man sich seitlich links davor, fügt sich das Schwarz und Weiß der aus der Bildfläche ragenden Stege einer abstrakten Semantik folgend zu einem Wort. Während sich hingegen von der rechten Seite eine sinnliche Komposition aus Farbfeldern oder auch Strahlenbündeln als Ansicht anbietet.

Ungleich spannender ist es aber, wenn man sich unmittelbar vor dem Bild befindet, oder sich im Abschreiten einen Moment lang eine Mischung aus Wort und Farbe ergibt. Sind einige der malerischen "Rückseiten" an den Arbeiten aus dem Projekt "Herma L." orientiert - den Buntstiftmalereien der autistischen Schwester des Künstlers, die Kraft und Farbe in den grauen Alltag bringen Ö, so lesen sich die "Vorderseiten" nicht nur als plakative Entwürfe, sondern auch als nachdenklich stimmende Botschaften, wie der Satz aus der Menschenrechtscharta der EU "Würde des Menschen, Recht auf Leben".

Nach demselben Prinzip verschmelzen in den "Oxymoron-Portrait-Serien" zwei unterschiedliche Motive durch Reflexion zu einem Bild. In der Durchmischung von Protagonisten aus dem Bekannten- und Freundeskreis des Künstlers, sowie prominenten Persönlichkeiten, entfalten diese Arbeiten eine eigene Realität, die sie über den Rang von Spielereien und Tüfteleien hinaushebt.

Und so ganz en passant wird weiblich zu männlich, historisch zu zeitgenössisch, wird Ingeborg zu Engelbert, Elsa verwandelt sich unversehens in Alfons, und Jack London bekommt mit Stephan Alfare ein literarisches Gegenüber zugewiesen.

Die Ausstellung "Oxymoron" von Hubert Lampert in der Galerie "c.art" in Dornbirn dauert bis 31.Oktober, geöffnet Dienstag bis Freitag 9 bis 12 und 15 bis 18, Samstag 10 bis 14 Uhr.

Arbeiten von Hubert Lampert: Farbe in den grauen Alltag. (Foto: ag)




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