Kandeler-Fritsch: An die Spitze katapultiert

24. Februar 2011 | 16:08 | Wien | |
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Schon seit 1998 ist Martina Kandeler-Fritsch im Museum für Angewandte Kunst (MAK) tätig. Am Mittwoch wurde sie an die Spitze des Hauses katapultiert - nachdem Langzeit-Direktor Peter Noever frühzeitig das Handtuch geworfen hat.
Martina Kandeler-Fritsch, Bild: SN/APA

Martina Kandeler-Fritsch, Bild: SN/APA

(SN, APA). „Ich nehme die Herausforderung mit großem Respekt vor dieser Aufgabe an. Es ist mein erklärtes Ziel, den qualitativen Anspruch und die internationale Reputation des Hauses zu verteidigen sowie die künstlerische Kontinuität zu gewährleisten“, wird die Kunsthistorikerin in einer Aussendung zitiert. Zu Noever und den Vorwürfen, die zu seinem Rücktritt geführt haben, werde sie sich nicht äußern.

Die Öffentlichkeit gesucht hat Kandeler-Fritsch, die erst seit 2010 stellvertretende Direktorin des MAK ist, bisher wenig. Als Expertin für Architektur und Design verantwortete sie im MAK etwa die große Ausstellung zu Coop Himmelb(l)au im Jahr 2007. Geboren wurde Kandeler-Fritsch 1962 in Wien, sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und absolvierte eine Postgraduate-Ausbildung für „Museums- und Ausstellungskuratoren im Kunstbetrieb“ an der Wissenschaftlichen Landesakademie Krems.

Von 1984 bis 1998 war die Kunsthistorikerin unter anderem als freiberufliche Journalistin, Kunstberaterin und Ausstellungsmacherin tätig, von 1995 bis 2003 erfüllte sie einen Lehrauftrag in der Meisterklasse für Architektur bei Coop Himmelb(l)au-Architekt Wolf D. Prix an der Angewandten. Im MAK war sie ab 1998 als freie Kuratorin tätig, leitete ab 2002 die Ausstellungsabteilung und war seither auch stellvertretende Direktorin des künstlerischen Bereichs. Zu den von ihr kuratierten Ausstellungen zählen etwa „Design, Design, Shiro Kuramata 1934-1991“, „Oswald Oberhuber, Geschiebene Bilder. Bis heute“ (beide 1999), „Franz West. Gnadenlos“ (2001) und „Zaha Hadid. Architektur“ (2003).

Auch bei ihrer Publikationstätigkeit konzentrierte sich Kandeler-Fritsch auf die Architektur: 2001 veröffentlichte sie eine Dokumentation über die Architekturgruppe „Zünd-Up“, gemeinsam mit Thomas Kramer war sie für Coop Himmelb(l)au für die zweibändigen Herausgabe von Wolf D. Prix' Texten tätig.

© SN/SW

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