Kultur/Medien | 17.07.01 | www.DiePresse.at
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Was so alles an Design unter die Haut geht

"Global Tools" führt im Wiener Künstlerhaus die Welt des Designs und uns in einer durchdesignten Welt vor.

"Design im Zeitalter der Intensivstation" heißt der Zusatz zum Titel der ganz dem design gewidmeten Ausstellung im Künstlerhaus: "Global tools". Wie die Lebenserhaltung Ziel der Intensivstation ist, so greift auch Design in die Lebensprozesse ein, rückt dem Menschen immer näher an die Haut. Ob er es merkt - wie der Intensivpatient im Koma? In der Künstlerhaus-Ausstellung läßt es sich im Erleben jedenfalls begreifen.
Fesche Polstermöbel und schicke Parmesanreiben sind also nicht zu erwarten. Vielmehr geht es den Kuratoren Tulga Beyerle und Vitus H. Weh darum, Design als allumfassenden Lebensentwurf vorzuführen.
Ausgangspunkt ist das Jahr 1973, als sich in Florenz die Designer-Gruppe "Global Tools" zusammenschloß, um nicht nur den Dingen, sondern auch dem Geist Gestaltung zu verleihen. Ihr gilt jener Raum, der sich "Stammzellen" nennt, als Ausgangspunkt und Ursuppe für das, was sich sonst in den Räumen findet. Diese sind dann alle durchgestaltet: "Transit", "Training", "Neuronale Netze", "Informationswärme", "Einblicke", "Überleben" und "Infusionen" heißen die Stationen.
Zur Gänze aus Kartonschachteln gestaltet zeigt sich die Überlebenswelt. Ein Papier-Bunker mit per Kurbel sich autark mit Energie versorgenden Weltempfängern, den Überlebensmessern und allem was man für den Lebenskampf ab der Zivilisation braucht. Für neue Informationswege sorgt (noch) ein Prototyp. Am Kaffeehaustisch mit Touch-Screen oder am Terminal kann man Informationen tauschen, in einem Plastik-Token speichern, an anderer Stelle wieder abrufen . . .
Kinderjacken mit integriertem Spielzeug und Ortungschip, eine blau-leuchtende Gummi-Höhle birgt ein Bett, das auf den Körper reagiert und den Liegenden auf einem Display mit immer neuen Sinneseindrücken versorgt. Identity-Cards lassen Orwells 1984-Visionen alt ausschauen. Eine gummiweiche Spielwiese führt elektronischen Kinderspaß vor in diesem angenehm unmusealen, ereignisreichen Designuniversum.mus
Bis 9. September; Di. 11 bis 20, Mi.-Fr. 11 bis 19 Uhr.

© Die Presse | Wien
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