OÖNachrichten
http://www.nachrichten.at/kultur/359790
von
Raimund Locicnik
AUSSTELLUNG: Grill und Müllner bei Artmark
Meditative Monochromie
Bilder wohin man schaut. Fotografische Bilder in Zeitungen, auf Litfasssäulen und Plakatwänden, suggestiv bewegte Bilder im Fernsehen, Kino und im Internet. Die Flut an "realer" Visualisierung ist so groß, dass unsere Sinne und die Wahrnehmung auf ein Minimum zusammenschrumpfen.

Mit Werken fast wie aus einer anderen Welt setzen Gisela Grill und Gerhard Müllner dagegen einen sichtbaren, meditativen Akzent. Bei beiden spielt zunächst die monochrome Farbigkeit eine wesentliche Rolle. Ihre magische und tiefenwirksame Bedeutung bildet den Untergrund zur Verschmelzung von innerer und äußerer Welt. Gisela Grill nützt diesen Effekt, um mit graphisch-linearen und teilflächigen Übermalungen eine unglaubliche Spannung zwischen Ruhe und Bewegung zu erzeugen. Dabei entstehen Formkonstellationen, die zwar nichts Präzises darstellen, jedoch im Vergleich mit der Natur Analogien erkennen lassen.

Vielschichtiges Grau

Gerhard Müllners Werke erscheinen auf den ersten Blick abweisend, spröde und ohne jede ästhetische Dimension. Erst nach ausgiebiger Betrachtung und Abkehr von der Hast des Alltags öffnen sie leise und kaum vernehmbar ihr Gesicht. Ist dies geschehen, verschwindet das antrainierte Kreisen um die Differenzierung von Bildgegenstand und Bildbedeutung, von Thema und Darstellung, von Perspektive, Farbe, Raum und Zeit. Die Frage nach einer empirischen Wirklichkeit erscheint aufgelöst im vielschichtigen Grau mit seinen transluziden, sparsamen Übermalungen.

Info: Bis 29. Mai. Geöffnet: Fr, Sa, So, 17 bis 19.30 Uhr, oder nach telefonischer Anmeldung unter 07563 / 20 6 44.

OÖnachrichten vom 24.05.2005
 
   



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