Bilder wohin man schaut. Fotografische
Bilder in Zeitungen, auf Litfasssäulen und Plakatwänden,
suggestiv bewegte Bilder im Fernsehen, Kino und im Internet.
Die Flut an "realer" Visualisierung ist so groß, dass unsere
Sinne und die Wahrnehmung auf ein Minimum
zusammenschrumpfen.
Mit Werken fast wie aus einer
anderen Welt setzen Gisela Grill und Gerhard Müllner dagegen
einen sichtbaren, meditativen Akzent. Bei beiden spielt
zunächst die monochrome Farbigkeit eine wesentliche Rolle.
Ihre magische und tiefenwirksame Bedeutung bildet den
Untergrund zur Verschmelzung von innerer und äußerer Welt.
Gisela Grill nützt diesen Effekt, um mit graphisch-linearen
und teilflächigen Übermalungen eine unglaubliche Spannung
zwischen Ruhe und Bewegung zu erzeugen. Dabei entstehen
Formkonstellationen, die zwar nichts Präzises darstellen,
jedoch im Vergleich mit der Natur Analogien erkennen
lassen.
Vielschichtiges Grau
Gerhard
Müllners Werke erscheinen auf den ersten Blick abweisend,
spröde und ohne jede ästhetische Dimension. Erst nach
ausgiebiger Betrachtung und Abkehr von der Hast des Alltags
öffnen sie leise und kaum vernehmbar ihr Gesicht. Ist dies
geschehen, verschwindet das antrainierte Kreisen um die
Differenzierung von Bildgegenstand und Bildbedeutung, von
Thema und Darstellung, von Perspektive, Farbe, Raum und Zeit.
Die Frage nach einer empirischen Wirklichkeit erscheint
aufgelöst im vielschichtigen Grau mit seinen transluziden,
sparsamen Übermalungen.
Info: Bis 29. Mai. Geöffnet:
Fr, Sa, So, 17 bis 19.30 Uhr, oder nach telefonischer
Anmeldung unter 07563 / 20 6 44.
vom
24.05.2005 |