| Salzburger Nachrichten am 02. Oktober 2003 - Bereich: kultur
GALERIENBLICK
GALERIENBLICK
Galerie Zell am See Die feine Handschrift, die die Galerie Zell am See über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat, findet auch in der jüngsten Ausstellung ihre Bestätigung. Erstmals präsentiert sich in Österreich der 1949 in Bitterfeld geborene, in Stralsund und Rostock aufgewachsene Hanns Schimansky mit einer subtilen kleinen Werkauswahl.
Zum einen sind es Tusche- oder Federzeichnungen auf Papier, die buchstäblich ihre Spuren hinterlassen. Sie beschreiben in filigranem Duktus von Liniengeflechten pointiert, kürzelhaft, wie grafische Notationen, Räume und Felder - wobei letzteres auch eine "landschaftliche" Assoziation zulässt; Schimansky absolvierte an der Universität Rostock ein Landwirtschaftsstudium.
Im Gewölbe der Galerie platzierte Schimansky wie verstreute Tupfer eine Auswahl seiner farbigen "Faltungen". Große Papiere faltet der Künstler klein. Entlang der Knicklinien werden die nach dem Auffalten beidseitig bemalten "Blätter" neu zusammen gelegt, so dass sich Vorder- und Rückseite in überraschenden, zufälligen Konstellationen zusammenfinden. Daraus entsteht ein assoziativ reichhaltiges Farb- und Form-Spiel von Zufall und Fixierung, das unendliche Möglichkeiten offenhält. Eine dritte Schicht ist das durch die Faltungen verdeckt Bleibende, Verborgene. So entsteht gleichsam zusätzlich ein Changieren von "Innen"- und "Au-ßen"-Leben des Bildes.
Hanns Schimansky, der eben eine große Werkschau in der Kunsthalle Karlsruhe hatte, zeichnet und malt nicht spektakulär, sondern konsequent. Und damit passt er exakt ins Bild des Zeller Galerie-Programms. Bis 10. 10.; 0 65 42/72 66 50 hb
|