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Kunst und Natur wechseln sich im Landesmuseum 2004 ab

Ausstellungsprogramm von Personale Reiner Schiestl über die Kulturgeschichte der weiblichen Unterwäsche bis "Ex.Position. Avantgarde 1965/75"

Innsbruck (APA) - In den Auststellungen des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum im Jahr 2004 werden sich Kunst und Natur abwechseln. Das Jahresprogramm in allen drei Häusern des Museums, dem Hauptgebäude "Ferdinandeum", dem Museum im Zeughaus und dem Forschungszentrum der Naturwissenschaftlichen Sammlungen hat der Museumsdirektor Univ.-Prof. Gert Ammann am Freitag vorgestellt.

Ab Freitag ist auch in Innsbruck die in Wien bereits eröffnete, österreichweite Aktion "9=9, 9 Landesmuseen zu 9 Euro" im Gange, die neben dem "Schnupperpreis" von neun Euro für den Besuch aller Bundesländer-Museen in diesem Jahr einen regen Austausch von Kunstobjekten zwischen diesen Institutionen miteinschließt. So hat auch Innsbruck acht Objekte an die anderen Bundesländermuseen geschickt und von ihnen ebenso viele erhalten. Diese enthalten besondere Bezüge zu Tirol und sind hier bereits zu sehen.

Die nächste Ausstellung wird ab kommenden Dienstag dem Tiroler Maler und Grafiker Reiner Schiestl gewidmet sein. Der in Innsbruck lebende Künstler äußert sich künstlerisch vor allem in Zeichnungen, Druckgrafik, im Aquarell und Acrylbild. Im März zeigt das Haus aus eigenen Beständen Holz-, Bronze- und Steinskulpturen von der Romanik bis zur Gegenwart und gedenkt mit einer Präsentation des Tiroler Malers Martin Knoller, der vor 200 Jahren in Mailand als einer der bedeutenden Porträtkünstler in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gestorben ist (ab 10.März). Ab 17. März kommt in der Ausstellung "Von Aaskäfer bis Zippammer" die Natur im Museum zu ihrem Recht. Die naturwissenschaftlichen Sammlungen enthalten rund 1,5 Millionen Objekte.

Die alljährliche Sommerausstellung ist heuer vom 5. Juni bis 26. September einer Frau und historischen Persönlichkeit gewidmet: "Claudia de'Medici - Eine Italienerin als Landesfürstin von Tirol". Den Anlass bietet der 400. Geburtstag (4.Juni 1604) der Gattin von Erzherzog Leopold V. Sie brachte neues Leben, vor allem kulturelle Anregungen an den Tiroler Habsburgerhof. Sowohl der italienische Generalkonsul als auch das Italienische Kulturinstitut helfen mit, sehenswerte Leihgaben aus den Florentiner Museen nach Innsbruck zu bekommen.

Im Herbst zeigt das Ferdinandeum ab 27. Oktober Zeichnungen und Druckgrafik vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart zum Thema "Die sieben Todsünden". Dies ist eine Zusammenarbeit mit den in Südtirol, Nordtirol und dem Trentino tätigen und an zeitgenössischer Kunst interessierten Institutionen, die sich zum Projekt ACROSS zusammen getan haben. Am 3. November beschließt das Ferdinandeum sein Jahresprogramm mit der Eröffnung der Ausstellung "Ex.Position. Avantgarde 1965/75", die Werke der in den sechziger und siebziger Jahren aktuellen, durch grenzüberschreitende Projekte aufgefallenen Avantgardekünstler Raimund Abraham, Bernhard Leitner, Max Peintner, Walter Pichler und Turi Werkner präsentiert.

Das Museum im Zeughaus, wo derzeit noch (bis 11.April) die Ausstellung "Fahr!rad. Von der Draisine zur Hightech-Maschine" läuft, zeigt ab 5. Mai mit die Schau "Das Unsichtbare. Einblicke in die Kulturgeschichte der weiblichen Unterwäsche". Diese wird - in Kooperation mit dem Meraner Frauenmuseum Evelyn Ortner - den Wandel der Einstellung zum weiblichen Körper und der gesellschaftlichen Stellung der Frau im Laufe der Zeiten widerspiegeln. Ab 20. Oktober zeigen dann im Zeughaus Mineraliensammler ihre Kostbarkeiten unter dem Motto "Kristalle aus Tirol", wobei auch zwei wertvolle Exponate aus der 500-jährigen Ambraser Sammlung zu sehen sein werden.

Das künstlerische und naturwissenschaftliche Programm wird vom Referat für Besucherinformation mit zahlreichen Führungen und anderen didaktischen Veranstaltungen begleitet. Im Jahr 2003 gab es 270 derartige Veranstaltungen. Insgesamt besuchten 120.000 Menschen das Tiroler Landesmuseum.
2004-01-16 15:21:47