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| 23.01.2007 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| "Dieses Jahrhundert wird kein westliches sein" | ||
| Hans Belting lädt junge Museumsleute nach Wien, um über die Globalisierung der Kunst zu reden. | ||
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Masken, Totempfähle, Musikinstrumente, Vasen und Speere hinter hübschen bunten Star-Architekten-Scheiben. 2005 eröffnete Jaques Chirac in Paris das Prestige-Museum seiner Amtszeit, wie sich das bei französischen Präsidenten eingebürgert hat. Mit dem Unterschied, dass Chiracs Prachtbau für außereuropäische Kulturen von Beginn an bereits anachronistisch war. "Als hätte Afrika keine Gegenwart, keine zeitgenössische Kunst", bestätigt auch Bildwissenschaftler Hans Belting, der seit 2004 das Wiener "Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften" (IFK) leitet.
Wie spielen Kunst und Globalisierung zusammen? Und vor allem - welche Konsequenzen haben diese Entwicklungen für die Museen? Zu diesen Fragen hat Belting gemeinsam mit Medientheoretiker Peter Weibel (ZKM Karlsruhe) ein Symposium organisiert, das von kommendem Donnerstag bis Samstag in Wien stattfinden wird.
Und diese Fragen sind drängende. Schließlich sei diese Entwicklung weg von lokaler, hin zu globaler Kunstproduktion erst eine der vergangenen 15 Jahre, meint Belting. In vielen Ländern entstehe heute eine Art von Kunst (Foto, Video), die dort, etwa in Afrika, überhaupt keine Geschichte habe. In Asien wiederum entwickelt sich, ähnlich wie in Russland, eine neue Schicht international agierender Kunstsammler. "Jedes Jahr werden in Asien bis zu 30 neue Museen gegründet", berichtet Belting.
Über einen ähnlichen Boom privater Museen in Istanbul wird Savas Arslan von der Bahçesehir Universität sprechen; Masaaki Morishita (London University) über den Kampf global orientierter Museumskuratoren mit lokalen Künstlern in Japan. Und Elena Trubina (Ural State University) darüber, wie alte Sowjet-Museen zu Biennale-Reisedestinationen der Kunstszene werden.
Dass "der Westen die Welt globalisieren" werde, will Belting jedenfalls nicht glauben. Schon die ersten sieben Jahre dieses Jahrhunderts hätten bereits all das in den Schatten gestellt, was Belting vorausgesehen haben will: "Dieses Jahrhundert wird kein westliches sein. Und das ist meine Ansicht, nicht meine Befürchtung." sp
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