Bregenz
(VN-cd) Die Berufsvereinigung bildender Künstler
Vorarlbergs war bis vor kurzem die einzige Künstlervereinigung des
Landes. Die bislang kaum erbrachten Service- und
Informationsleistungen will nun ein neues Forum bieten. Die
Künstlervereinigung reagiert mit der Ankündigung von
Statutenänderungen.
Einfache Mitglieder oder der Leiter der Kulturabteilung
des Landes wurden bislang nicht darüber informiert, welcher Part der
Satzungen dabei gestrichen oder umformuliert werden soll. Die
Mitglieder erhielten mit der Einladung zur heutigen
Generalversammlung lediglich die Aufforderung, bei Nichtanwesenheit
einem anderen Mitglied eine Abstimmungsvollmacht zu erteilen. Etwas
konsterniert nahmen so manche Künstler deshalb zur Kenntnis, dass
sie gegebenenfalls jemandem ihre Stimme übertragen sollen, obwohl
sie gar nicht wissen, über was abgestimmt wird.
Aufgrund der bisherigen Geschehnisse geht man lediglich davon
aus, dass sich die Künstlervereinigung von jenen bisher
festgeschriebenen Aufgaben verabschieden will, die sie auch kaum
erbracht hat. Das betrifft vor allem vielfältige Serviceleistungen.
Und die Subventionen?
Der Charakter der Künstlervereinigung würde sich damit
verändern, übrig bliebe ein Kunstverein, der im Bregenzer Palais
Thurn und Taxis Ausstellungen organisiert.
Die Berufsvereinigung kassiert vom Land Subventionsleistungen in
der Höhe von rund 94.000 Euro. Ob die auch einem Kunstverein
zustehen, der im Grunde das tut, was auch in Bludenz bei "allerArt"
und im Bregenzer "Magazin 4" für eine weitaus geringere Summe
passiert, sei, so Werner Grabher, der zuständige Abteilungsleiter im
Amt der Vorarlberger Landesregierung, dann allerdings zu überdenken.
Sollte sich der Status der Berufsvereinigung ändern,
müssen wir die Partnerschaft mit dem Land neu überdenken.
WERNER GRABHER
Im Bregenzer Palais Thurn und Taxis könnte alles anders werden.