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Die Sammlung DaimlerChrysler zeigt Positionen zur heutigen Rezeption des Minimalismus. |
Rund vierzig Neuererwerbungen zum Thema
Minimalismus zeigt die Sammlung DaimlerChrysler in ihrer Schau "Minimalism
and After II".
Bereits im Februar 2002 wurde der erste Werkzyklus zu diesem Thema
präsentiert. Ankäufe von Künstlern wie Robert Barry, Douwe Jan Bakker oder
Heimo Zobernig waren damals zu sehen. In der jetzigen Schau sind unter anderem John M. Armleder, Richard
Artschwager, Hanne Darboven, Benoit Gollety, Sol LeWitt und Gerwald
Rockenschaub vertreten. Daniel Buren Der 75-jährige französische Künstler Daniel Buren ist ein Kunstveteran,
dessen Arbeit sich durch singuläre Konsequenz auszeichnet. Seit 1966 verwendet er ausschließlich 8,7 cm breite vertikal
verlaufende Farbbänder auf Leinwand. Diese Bildkonzeption variierte Daniel Buren entsprechend Ort und Zeit und
kunstpolitischer Aussage. BMT 1966 gründete er mit Olivier Mosset, Michel Paramentier und Niele
Toroni die Künstlergruppe BMPT. Die aktionistischen Malprozesse der Gruppe
konzentrierten sich auf ein minimalistisches Vokabular: Streifen bei Buren
und Paramentier, Kreise bei Mosset und Pinselabdrücke bei Toroni. Die Gruppe wandte sich besonders gegen die gängige Malerei, die sie in
einer Sackgasse sahen. In ihren polemischen Manifesten verkündeten sie den
Endpunkt der Kunstentwicklung. 1967 zerbrach die Gruppe. Nur Toroni und
Buren blieben ihrer Methode treu. Hermann Glöckner Der 1889 in Deutschland geborene Künstler Hermann Glöckner war ein Außenseiter des Kunstbetriebs.
Die längste Zeit seines Lebens verbrachte er in der DDR, wo er sehr
isoliert arbeitete und zeitweise unter Formalismusverdachts seitens der
DDR-Behörden geriet. Durch die Analyse seiner Landschaftsbilder in den
dreißiger Jahren gelangte er zu Faltungen von Blättern und Karton, die er
an den Rändern mit schwarz und weißen Balken bemalt hatte. In Europa wurde Glöckner immer wieder mit dem Konstruktivismus in
Zusammenhang gebracht. Dieser Zuschreibung widersetzte er sich heftig. Er
war eine Art Vorläufer, der fern von Amerika, zu ähnlichen Lösungen wie
Robert Morris oder Carl Andre in ihren Frühwerken kam. Katharina Grosse
Die in Deutschland 1961 geborenen Künstlerin Katharina Grosse hat in den letzten Jahren mit ihren
Luftpinselmalerein eine gewisse Berühmtheit erlangt. Die von
DaimlerChrysler gezeigten Arbeiten sind nicht mehr jene großen
Farbflächen, die mit viel Bewegung auf den Untergrund gesprayt wurde. Vielmehr handelt es sich bei den jüngsten Arbeiten um neben- und
übereinander geführte Farbstreifen, die in ihrer Seriellität an die
Wandmalerein Sol LeWitts erinnern. Eine Pinselführung wird mechanisch
nachgezeichnet. Die Malerei erfährt hier eine Präsenz, die gerade von der
Minimal Art immer gefordert worden ist. Tipp: "Minimalism and After II", Sammlung
DaimlerChrysler, 14. Februar bis 18. Mai 2003, 10785 Berlin, Haus
Huth, Alte Potsdamer Straße 5. | ||||||