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| vom 17.02.2006 - Seite 025
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| KUNST: Xenia Hausner zeigt
neue Arbeiten im ORF OÖ und Kunsthaus Wien
Befreiungsschlag in die Unabhängigkeit VON IRENE JUDMAYER
"Man wollte mir viel Leid ersparen!", sagte die in Altmünster lebende Künstlerin Xenia Hausner über das Ansinnen ihrer Eltern, sie müsse Jus studieren. Das "ersparte Leid" hätte die Kunst sein sollen: "Ich komme ja aus einem Künstlerhaushalt (Anm.: ihr Vater ist der phantastische Realist Rudolf Hausner). Bei uns wurde immer irgendwie gezeichnet oder gemalt, da sind meine Versuche gar nicht so beachtet worden."
Dermaßen offen äußerte sich die gebürtige Wienerin Mittwoch abend im Studio 3 des ORF Oberösterreich. Zum zwanzigsten Mal organisierte dort ORF-Chefredakteur Johannes Jetschgo seinen "Treffpunkt Kunst". Die Eingeladenen erhalten dabei ein Medienpaket in Form von TV- / Radiosendungen sowie einer DVD über ihre künstlerische Arbeit. Das macht die ORF-Technik-bedingt eher kleine Ausstellungsfläche wohl mehr als wett. Am Vernissagen-Abend zu Xenia Hausners "Treffpunkt Kunst" streute Oberösterreichs Landtagspräsidentin Angela Orthner Johannes Jetschgo denn auch Rosen für sein Engagement: "Wir haben gewusst, da wird etwas draus, wenn Sie es in die Hand nehmen. Darum unterstützt das Land OÖ Ihr Projekt." Dieses große Lob ist durchaus gerechtfertigt: die Liste der bisher Ausstellenden ist hochkarätig und repräsentativ für das heimische Kunstschaffen. Maria Moser und Heinz Göbel finden sich darin ebenso wie Damisch, Dorfer, Glück, Blaas, Waibel, Brehm, Zitko, Monika Pichler und jetzt eben Xenia Hausner.
Ein Solitär, diese Hausner
Seit 1992 erst beschäftigt sich Hausner intensiv mit der Malerei. Vorher kam besagter Jusstudiumsversuch. Dann studierte sie Bühnenbild, gab diese Arbeit jedoch nach fünfzehn Jahren aufgrund der ständigen Kontrolle durch Regisseure etc. für die Malerei auf. Hausner: "Das war mein Befreiungsschlag in die Unabhängigkeit!" Denn Xenia Hausner ist ein Solitär. Innerhalb der österreichischen Kunstszene ebenso, wie ihre Arbeitsweise betreffend. Auch ihr bildnerisches Vokabular, das pulsiert in perfekt austarierten Kalt/ Warm-Kontrasten. Und ebenso ihre Inhalte: zynisch/krude Blicke aus sich selbst, gebündelt zu Mensch-Geschichten. Die Modelle dafür holt sie sich bei den Spar-Wurstabteilungen genauso wie aus dem Kunst-Umfeld.
Das ebenfalls Solitäre an ihren Gemälden: Obwohl der Malvorgang doch so ein langwieriger Prozess ist, vermitteln sie den unmittelbaren Eindruck von Schnappschüssen. Als hätte Hausner ihre Modelle bei "Verbotenem" ertappt. Egal, ob beim Prozess des Sterbens, oder bei Tabu-Brüchen im Leben.
Neu: Collagen aus Fotoübermalungen und Karton. Beispiele davon sind jetzt auch in Wien zu sehen: Dort eröffnete sie nämlich am Dienstag ihre große Ausstellung im Kunsthaus.
"Kopfschuss" mit Selbstporträt: Xenia Hausners Bild-Inszenierungen in Wien und Linz Foto: apa |
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