


Wenn zeitgenössische Popkultur den Künstler formt, dann kann das Ergebnis, frei nach "SpongeBob" , zum Beispiel so aussehen: "Portrait of the Artist as a Squid" (2009).

Graz - Was für ein Bild kommt eigentlich dabei heraus, wenn man alle Kader eines Spielfilms übereinander schichtet? All Frames in One - eigentümliche Geisterbilder, schwarz-weiße Abstraktionen verdichteter Information, absurde Filmarchive gewissermaßen, die hier D.W. Griffiths Birth of A Nation und Sergej Eisensteins Oktyabr zu jeweils einem Foto komprimieren.
Mit solchen Versuchsanordnungen an der Schnittstelle zwischen älteren und neuen Speichermedien, mit teils seriell angelegten, audiovisuellen Arbeiten in der Tradition des strukturellen Films assoziiert man das Werk des Konzept- und Filmkünstlers Norbert Pfaffenbichler. Im Kunstverein Medienturm, dessen Räume Pfaffenbichler derzeit im Alleingang bespielt, ergibt sich jedoch noch einmal ein anderes Bild.
SILENTALIENGHOSTMACHINEMUSEUMheißt die Ausstellung. Der Titel - und das dazugehörige Foto vom zaghaft lächelnden, jugendlichen Faschings-Vampyr - stimmen bereits ganz gut darauf ein, dass es hier ein bisschen unheimlich, aber auch nicht unkomisch zugeht. Siehe zum Beispiel das Gruselkabinett im Geiste Pasolinis oder das raumfüllende Model of a Playground Attraction, wo sich um einen überdimensionalen, halb im Boden versunkenen Schädel kleine Plastikpuppenhäupter auf dürren Metallständern scharen.
Auch die Wahrnehmung des Bewegtbildes wird durch eine paradoxe Raumsituation produktiv irritiert - nämlich im Falle der 5 Card Games, die auf einem um neunzig Grad verkehrten, weil an der Wand montierten Tisch stattfinden und sich auch sonst ihre eigenen Regeln erfinden. (Isabella Reicher, DER STANDARD/Printausgabe, 17./18.04.2010)
Graz, Kunstverein Medienturm. Bis 22. 5.
www.medienturm.at
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