VN Fr, 9.11.2001

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Fünf Monate Kopenhagen

"subject" von Sandra Scheffknecht

Lauterach (VN-ag) Multimedia einerseits, Kommunikation andererseits sind die Stichworte, unter denen die Grafikerin und Fachhochschulabsolvention Sandra Scheffknecht ihre Ausstellung "subject" bei Pässler und Schlachter in Lauterach präsentiert.

Den Ausgangspunkt der Schau bildet ein fünfmonatiger Aufenthalt in Kopenhagen, den die 1975 geborene, aus Lustenau stammende Sandra Scheffknecht im vergangenen Jahr als Praktikum absolvierte. Während dieser Zeit vor Ort sind nicht nur die meisten der kleinformatigen Mischtechniken und Zeichnungen als schnelle Skizzen auf Papier entstanden.

Kein Städteporträt

Begleitend zum Aufenthalt und als Diplomarbeit produzierte sie auch ein Buch (für das bereits ein Verlag gefunden wurde) und ein Filmprojekt. "Five Month Copenhagen", für das Sandra Scheffknecht kürzlich beim TopTalents Festival des "EuroPrix MultiMedia Arts" in Wien ausgezeichnet wurde, ist kein Städteporträt im herkömmlichen Sinn.

In dieser einfühlsamen Bilder- und Gedankenreise, irgendwo zwischen Tagebuch und Dokumentation, spielen Sehenswürdigkeiten und die "Musts" einer touristischen Stippvisite kaum eine Rolle. Stattdessen lädt Sandra Scheffknecht den Betrachter in ihr ganz persönliches, erlebtes Kopenhagen ein. Sowohl der Film als auch das aufwändige Buch bestechen durch ihre Erzählung auf emotionaler Ebene, die die multimedialen Effekte der Umsetzung in den Hintergrund rücken lassen. Verschlüsseltes, Alltagsszenen, Worte, verschiedene Sprachen, gesprochen oder geschrieben, verweben sich zu einem vielschichtigen Gebilde, das weniger auf geradlinige Information setzt als vielmehr auf subjektive Eindrücke. Womit auch die Überleitung zu den neuesten titelgebenden Arbeiten der Ausstellung erfolgt: "subject" nennen sich die multifunktionalen, individuell zu besetzenden Geflechte aus bunten, handelsüblichen Wäscheleinen. Ebenso verspielt und experimentierfreudig wie diese Objekte zeigen sich auch die farbstarken Digitaldrucke auf Plexiglas. Was für sich genommen ziemlich illustrativ wirkt, gibt groß aufgeblasene Details aus den Kopenhagener-Blättern wieder.

Multimedialität

Freihängend in der Mitte des Raumes von beiden Seiten zu betrachten, kommen die Arbeiten zwar gut zur Geltung, aber sie haben eindeutig eine Schokoladenseite. Auch wenn innerhalb der Werkgruppen nicht alles ausgereift bis ins Letzte ist, so liegt die Stärke dieser Schau in ihrer locker herübergebrachten Multimedialität und dem sehr frischen, unbeschwerten Umgang mit verschiedensten Materialien.

"subject" setzt einige gute Impulse (besonders Buch und Film durften bei einem grafisch interessierten Publikum ankommen) und bietet eine Art Multimedia-Laborsituation, wie man Dinge präsentieren und visuelle Kommunikation auch betreiben kann.

Die Ausstellung "Subject" von Sandra Scheffknecht ist bei Pässler und Schlachter in Lauterach bis 11. November geöffnet, jeweils 10 bis 13 Uhr.

Arbeiten von Sandra Scheffknecht: lockere Multimedialität.




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