

Darunter zunächst die Arbeiten von ABC selbst, die ihren Lebensalltag zwischen oft zermürbenden, aber überlebensnotwendigen Bürojobs und Künstlerleben thematisieren. Klammheimlich suchten sie nächtens die Stätten ihres Hauptbroterwerbs auf, um dort zum Teil abstruse Szenen zwischen Tastatur und Kopiermaschine fotografisch nachzustellen. Später werden diese per Büromittel in A4-Portionen ausgedruckt und mittels Arbeitgeber-unfreundlich verwendetem Klebeband montiert. Und in schwedischen Selbstzusammenbauschränken inszenierten die drei schließlich das Tauschen der Künstler- gegen die Büroidentität.
"Ikea kommt mir nicht ins Haus. (...) Respekt verdienen Menschen, die bei Ikea einkaufen, ohne dass es nachher nach Ikea aussieht", zitiert Rainald Grebe ein Dreißigjähriges Pärchen auf seinem neuen Longplayer Volksmusik. In Russland, wo dem Möbelriesen derzeit der größte Wachstumsmarkt beschieden ist, ist das anders. Da gibt es neben einer Standard- angeblich auch eine Luxuslinie, und Olya Bozhko brennt den Kiefernholzklassikern einfach gleich die Utensilien auf, die meist auf ihnen herumliegen: vom Clancy-Comic bis zum Mobiltelefon. Dessen Verpackung kann aufgeblasen auch als schickes Designer-Sitzmöbel (von Irina Korina) mithalten. - Büroträume hingegen bei Stas Shuripa: Auf den Innenseiten seiner schwebend installierten weißen Krägen zeigen sich die ausgeschwitzten Spuren unseres Fernwehs. Wann endlich Urlaub? (kafe/ DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2007)