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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
14. Juni 2007
11:47 MESZ
Krinzinger Projekte
Bis 23. 6.
Schottenfeldgasse 45, 1070 Wien  
Foto: Internet
Olia Lialinas Kommentar auf die einst so verheißungsvolle illustrierte Zukunft des Wissensspeichers Internet. >>>Weitere Online-Newspapers von Lialina überarbeitet

Foto: Krinzinger Projekte
Künstler, gefangen im Büroalltag: Die Gruppe ABC ironi-siert ihren Balanceakt zwischen kreativer Tätigkeit und der Stupidität im Sinne der Vollbeschäftigung.

Büro, Büro: Ort der (Alb)träume
Kunst aus Russland von der Künstlergruppe ABC und assoziierten Freunden und Kollegen bei Krinzinger Projekte

"Der Projektraum von ABC in Moskau ist ungefähr so groß": Um dessen Ausmaße zu veranschaulichen, braucht der Mitarbeiter der Galerie nicht viel mehr, als seine Arme auszubreiten. Auf jenem schmalen Kunstraumstreifen bietet die russische Gruppe, die seit 2000 an gemeinsamen Projekten arbeitet, anderen jungen Künstlern am elitär organisierten Moskauer Kunstmarkt zumindest ein Quäntchen Platz für die Präsentation ihrer Arbeiten. In Wien bietet sich Maxim Iliukin, Mikhail Kosolapov und Natasha Struchkova von ABC (Art Business Consulting group) im Vergleich geradezu unverschämt viel künstlerisch genutzte Fläche, auf der sich, nicht immer fließend verknüpft, sehr schmunzeln machende Positionen wiederfinden.

Darunter zunächst die Arbeiten von ABC selbst, die ihren Lebensalltag zwischen oft zermürbenden, aber überlebensnotwendigen Bürojobs und Künstlerleben thematisieren. Klammheimlich suchten sie nächtens die Stätten ihres Hauptbroterwerbs auf, um dort zum Teil abstruse Szenen zwischen Tastatur und Kopiermaschine fotografisch nachzustellen. Später werden diese per Büromittel in A4-Portionen ausgedruckt und mittels Arbeitgeber-unfreundlich verwendetem Klebeband montiert. Und in schwedischen Selbstzusammenbauschränken inszenierten die drei schließlich das Tauschen der Künstler- gegen die Büroidentität.

"Ikea kommt mir nicht ins Haus. (...) Respekt verdienen Menschen, die bei Ikea einkaufen, ohne dass es nachher nach Ikea aussieht", zitiert Rainald Grebe ein Dreißigjähriges Pärchen auf seinem neuen Longplayer Volksmusik. In Russland, wo dem Möbelriesen derzeit der größte Wachstumsmarkt beschieden ist, ist das anders. Da gibt es neben einer Standard- angeblich auch eine Luxuslinie, und Olya Bozhko brennt den Kiefernholzklassikern einfach gleich die Utensilien auf, die meist auf ihnen herumliegen: vom Clancy-Comic bis zum Mobiltelefon. Dessen Verpackung kann aufgeblasen auch als schickes Designer-Sitzmöbel (von Irina Korina) mithalten. - Büroträume hingegen bei Stas Shuripa: Auf den Innenseiten seiner schwebend installierten weißen Krägen zeigen sich die ausgeschwitzten Spuren unseres Fernwehs. Wann endlich Urlaub? (kafe/ DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2007)


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