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"Schweinepriesterinnen" und Türme

Preview für die Turiner Kunstmesse Artissima in der Galerie Lisi Hämmerle

VON ARIANE GRABHER

Bregenz (VN) Der Turm ist ein Wahrzeichen, steht eigentlich in Turin und ist im Zuge der Serie "Monumente - auf Reisen" vom Vorarlberger Künstler Paul Renner nach einer historischen Ansichtskarte vor einigen Jahren im Bregenzerwald gemalt worden. Nun reist er im Zuge der Messeteilnahme der Galerie Lisi Hämmerle zusammen mit Arbeiten von Ruth Schnell und Gottfried Bechtold nach Turin.

Die Bregenzer Galeristin Lisi Hämmerle gehört zu den rührigsten im Ländle, was die Beteiligung am internationalen Messegeschehen anbelangt. Spezialisiert auf zeitgenössische Kunst und neue Tendenzen, ist die Turiner Artissima, die in diesem Jahr erstmals im Messezentrum Torino Esposizioni in der Architektur von Pier Luigi Nervi stattfindet, jene Messe in Italien, die die größte internationale Beteiligung aufzuweisen hat. Nach mehrmaliger Einladung ist Lisi Hämmerle nun bei der diesjährigen Artissima vom 15. bis 18.November dabei und auch diesmal bietet sich bei der heute zu eröffnenden Preview die Gelegenheit, die gezeigten Arbeiten in der Galerie zu sehen. Lisi Hämmerle hat sich für ihre erste Beteiligung in Turin für drei Vorarlberger Künstler, international tätig und bekannt, entschieden.

"Totale Mischung"

Frei nach dem Motto "Drei Wände, drei Künstler", war es für die Galeristin aber auch wichtig eine "totale Mischung" betreffend Medien und Stilrichtungen zu präsentieren. Die in Wien lebende und arbeitende Medienkünstlerin Ruth Schnell ist mit neu realisierten, malerisch wirkenden Werken vertreten, die zu ihrem Biennale-Beitrag von 1995 entstanden sind. In "Body Scanned Architecture" zeigt sie den für ihr Schaffen eher seltenen Fall von Wandbildern, indem sie die Schnittstellen von Architektur, Körper und Bild untersucht und übereinander legt.

Als Medienkünstler durchaus auch mit der Materie an sich befasst, präsentiert Gottfried Bechtold mit "Crash Porsche 2001" eine nagelneue Edition von 993 Betongüssen, für die er diesmal auch mit Farbe gearbeitet hat, und deren Konnotationsreichtum für das kleine Format entschädigt. Hintergründig humorvoll (bis ins echt wirkende Detail) die noch kleineren "Schweinepriesterinnen" in Gips und sanften Pastelltönen.

Wandfüllend

Fast eine ganze Wand, zumindest in der Höhe, füllt dagegen die Arbeit von Paul Renner aus. Seine Bilder verdienen wahrhaftig die Bezeichnung Gemälde, und auch beim Motiv des Turiner Wahrzeichens "Mole Antonelliana" hat der Maler das aufragende Gebäude in gewohnt barocker Manier gestaltet. Dazu schreibt Renner im "Monumente - auf Reisen"-Tagebuch: "ich habe mir auf einem antiquitaten markt in casale, monferrato eine historische ansichtskarte vom molo antonelliana aus turin besorgt. dieses gebäude möchte ich noch unbedingt in meine monument-serie aufnehmen. ich wähle einen recht schlanken und sehr hohen spannrahmen. auf die weisse grundierung leere ich graublaue ölfarbe als zweite grundierung und hintergrund."

Lisi Hämmerle bringt Arbeiten von Ruth Schnell, Gottfried Bechtold und Paul Renner nach Turin. (Foto: ag)




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