![]() "Cloaca", 2001, Installation während der Ausstellung "Eine barocke Party" in der Kunsthalle Wien |
Hinter Glas, "damit uns keiner in Ohnmacht fällt"
Täglich werde aus einem nahen Restaurant ein Drei-Gänge-Menü angeliefert, mit dem Museumsmitarbeiter die "Cloaca" mittags füttern. Vier Stunden später werde dann die pünktliche "Verdauung" zu beobachten sein. Sie finde weitgehend geruchsdicht in einem Glascontainer statt, "damit uns keiner in Ohnmacht fällt".
Schön geordnete Schnörkel aus Exkrementen
Wim Delvoye ist seit der documenta 9 auch außerhalb Belgiens bekannt. Dort installierte er ein großes "Mosaik" aus weißen Keramikkacheln, dessen Dekor schön geordnete Schnörkel aus Exkrementen zeigte. Seine Werke verbinden somit Gegensätze nicht nur ästhetischer Natur und lenken den Blick bis heute auf "Rituale des Alltäglichen".
Polarisierend zwischen Heiterkeit und Skandal
Seine Objekte erzeugen - obwohl oft massive und solide Konstrukte - oftmals den Eindruck eines spielerischen, ironisch unterlegten Gedankenflusses, in dem vieles zusammenströmt: Für den einen höchst anregend lebendig, für den anderen ein "unverdauliches" Gemenge. Delvoyes Werk polarisiert, es ruft ebenso Heiterkeit wie Skandal hervor. (APA/dpa/red)
LINK: museum kunst palast
Die Ausstellung im museum kunst palast läuft vom 2.Februar bis 5.
Mai 2002.
Quelle: ©
derStandard.at