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m Anfang war der Erdapfel. Keine Rede von computergenerierten
"Blops", die die Architektur in die Zukunft schicken. Verschmitzt lässt
der Hollein-Nachfolger an der Wiener Angewandten, Architektur-Professor
Greg Lynn, seine Studenten die braune Knolle vermessen, 3D-animieren,
nachbauen und wieder auflösen: "The Potatoe Problem". Wie urige UFOs
schweben dann im 20er-Haus weiße kugelige Baukörper von der Decke, lauter
kleine Architektur-Blasen aus Utopia - wer will da noch an Erdäpfel
denken?
Mit Greg Lynn, Zaha Hadid, Wolf D. Prix hat die
Angewandte Architektur-Avantgardisten verpflichtet, die zusammen mit den
Design-Klassen den Puls der Universität bilden. Das zeigt auch heuer
wieder die Jahresausstellung "The Essence". 2002 im Künstlerhaus
arrangiert, bot sich heuer das vor der Renovierung leer stehende 20er-Haus
an. Ein kleiner, aber kultiger Ort für Studentenarbeiten. Einmal flackert
so im Schwanzer-Pavillon noch der - Anfang der 80er hier funktionierende -
Underground auf, bevor die Österreichische Galerie Belvedere ihre
Außenstelle eröffnen wird. Unpathetisch teilen sich Architektur,
Restaurierung, Wissenschaft, bildende Kunst, Design das Erdgeschoß. Raf
Simons' Modeklasse platziert ihre Entwürfe an Puppen, die wie Stil-Wärter
den Raum zum Garten hin abschließen. "Hurly Burly", der krasse gelbe
Dunstabzug-Prototyp für die Mini-Küche von Jakob Edelbacher, sorgt für
Frischluft statt Tannenduft, und auch "SÜM", ein Minimalzelt für
Skitourengeher von Franz Piffl, bietet Schutz vor Umwelt.
Stark ist auch Werbung und Grafik-Design. Georg
Feichtinger überzeugt schlagend vom Bedarf an Selbstverteidigungs-Kursen,
Kerstin Luttenfeldner ist die Meisterin der Verweigerung - ihr Buch
entzieht sich durch gemeine Binde-Technik, erst aufgeschlitzt gibt es
unterdrückte Ängste preis. Verweigerung betreibt auch der Katalog zur
Ausstellung - hier verwirrt das Design, das wohl intellektuell ausschauen
soll, einigermaßen. Was zu starke Kopflastigkeit bewirken kann,
dokumentiert ja Nina Rike Springer in ihrer sarkastischen Fotoserie:
Schwerkraft lässt grüßen. Böse. Gut wirkt das hoch aufragende
Tageslicht-Display der Medienklasse, aber hier heißt "interaktiv" wie so
oft auch "undurchschaubar".
Ebenso auch die Auswahl der Malerei- und
Bildhauer-Klassen. Im vergangenen Jahr kämpfte man wenigstens noch mit
großen Formaten gegen die Computer-Ästhetik. Heuer wollte man es
anscheinend mit ultra-konservativ versuchen. Hier hätte der Blick eines
externen Kurators die bildenden Künste vielleicht etwas retten können.
Bis 27. Juli. Di.-So. 10-18 Uhr.
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