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Kunstforum ab 2011 in der Seitzergasse

24.03.2010 | 18:18 |  (Die Presse)

Das Bank-Austria-Kunstforum bleibt in der Innenstadt, die BA finanziert weiterhin den Betrieb. Bis März 2011 werden die Kunstforum-Ausstellungen am Standort Freyung (Renngasse) stattfinden.

„Die letzte Zeit möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt Kunstforum-Chefin Ingried Brugger. Banken ziehen sich aus fixen Engagements zurück, setzen mehr auf Sponsoring, ihre Sammlungen. Durch den Verkauf der Immobilie Renngasse an René Benkos Signa-Holding schien das Kunstforum, das bis zu 280.000 Besucher im Jahr anlockt, gefährdet. Am Mittwoch gaben Bank Austria (BA) und Signa-Holding die Übersiedlung des Forums in die Seitzergasse bekannt. Die BA zahlt den Betrieb, der Name bleibt, Signa stellt den Raum bereit. Die Ausstellungsfläche soll mit 1000 Quadratmeter gleich groß sein wie jetzt.

Drei Millionen Euro im Jahr investiert die BA laut ihrem Vorstandsvorsitzenden Willibald Cernko in Kunst und Kultur. Eine Million Euro nannte Benko für die Signa-Holding an Investitionen in kulturelle und soziale Projekte.

 

Öffentliche Kultur-Milliarde für Wien

Bis März 2011 werden die Kunstforum-Ausstellungen am Standort Freyung (Renngasse) stattfinden. Ab Herbst 2011 wird das neue Forum bespielt, das näher an der Fußgängerzone liegt – die zwischen Graben und Judenplatz geplant ist. Wiens Bürgermeister Häupl, und Kulturstadtrat Mailath-Pokorny haben sich für die Lösung eingesetzt. Die Stadt zahlt aber nichts, übernimmt auch keine Ausfallshaftung, sagte Mailath-Pokorny. Wer auf der Freyung einzieht, wollte Benko nicht verraten. Er hat mehrere City-Immobilien erworben, geplant ist neben hochpreisigen Geschäften auch ein Hotel.

Die BA hat viel Geld ins Kunstforum gesteckt, das 1989 etabliert, 1993 erweitert wurde – für 35 Mio. Schilling. 20 Jahre will sich Benko aber nicht binden, schließlich könnte er den Platz teuer vermieten. Immerhin, zehn Jahre bleibt er der BA und dem Kunstforum im Wort, wie er am Mittwoch im BA-Oktogon versprach. So schienen alle zufrieden: Die BA ist die hohe Miete für das Kunstforum los, bleibt aber dort federführend. Benko, dessen expansive Investitionspolitik auch Widerstand erregt, hat der Stadt gegenüber Goodwill gezeigt; diese hat sich erfolgreich eingesetzt für das Kunstforum – und Brugger behält ihren Job. Obwohl private Financiers gefragt sind, machen sie kaum zehn Prozent der Kulturbudgets aus, so Mailath-Pokorny. Gemeinde (300 Mio.), Bund (600) investieren in Wiens Kulturlandschaft fast eine Mrd. Euro. bp


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