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Maria Mosers kraftvolle Werke

Kunstverein: Sehr sinnliches Erleben

Einerseits dynamischer Farbauftrag, geradezu berstend vor ungestümer Vitalität: Farbe wird gespachtelt, geklebt, auf die Leinwand geworfen, wird modelliert, aufgestaubt, gegossen, zerfurcht, aufgekratzt, es wird freigelassen und überdeckt, verkrustet, verwischt ... Auf der anderen Seite wird diese Kraft gebändigt in weitgehend geometrischen, rational kontrollierten Formen wie das glühende Metall, das in der Schmiede, in deren Umfeld die Künstlerin aufgewachsen ist, von menschlichem Willen geformt wird. Maria Moser vereinigt große Gegensätze. Sie kontrastiert Leere mit übervollem Malgrund, in ruppigem Malvollzug; das eine würde ohne das andere nicht wirken.

Glühende Farben von großer Leuchtkraft, schmelzendes Erz, metallisch und pechglänzend, ein Ausblick in ein fast unwirklich strahlendes Ultramarinblau, beinah schmerzend grellrotorange Lavaströme. Mosers Arbeiten sind ein herausforderndes Gegenüber für den, der schaut. Moser schont weder sich noch das Material noch den Betrachter. Ihre Kunst erschließt sich nur durch die konkrete Unmittelbarkeit, Reproduktionen wirken schal. Ihre "Malerei" ist nicht nur visuell, sondern auch haptisch und sogar olfaktorisch eine sinnliche Herausforderung, ein Erlebnis im besten und eigentlichen Sinne des Wortes.
Die relativ jungen Arbeiten, die im Kunstverein im Ursulinenhof ausgestellt sind, strahlen noch die Gegenwärtigkeit des Malaktes aus, über dem ganzen Raum liegt eine Aura des Eben-erst-Gemalten. (lena)

Oö. Kunstverein/Linz: bis 27. Juli, Tel. 0732 / 79 53 55.


OÖN vom 17.07.01 zuletzt geändert am: 16.07.01 15:15:59


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