MAK Ausstellungshalle: Dennis-Hopper-Retrospektive
Eine Reise zurück in die Pop-und Hippie-Kultur
Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Dennis Hoppers retrospektive Schau "A System of Mo- ments"
hat eine zentrale Installation von kleinem Kino, Malerei, Foto und urbaner
Mauer- und Werbekulisse mit dem eigenen Untertitel "Invitation to the Void
- A System of Moments" und ist lang geplant vom Künstler und dem Direktor
des MAK, Peter Noever. Kuratiert von Daniela Zyman, die bereits 2000 eine
kleine Ausstellung mit Fotografien von Hopper im MAK Center in Los Angeles
arrangiert hat, wird nun bis 7. Oktober ein Gesamtwerk präsentiert, das
für Besucher und Besucherinnen neben dem optischen Genuss auch den
filmischen bietet. "Easy Rider", "The Last Movie" und "Out of Blue" - alle
drei kultverdächtige Klassiker des Films - werden täglich um 11, 14 und 16
Uhr gezeigt. Damit und als Schauspieler ist der typische Vertreter der
amerikanischen Hippie-, Pop- und Protestgeneration schon durch seinen
frühen Mentor James Dean legendenverdächtig geworden. Nebenbei waren als
Schauspieler auch Brando und Montgomery Clift Vorbilder, für die bildende
Kunst lassen sich nach Duchamp und den klassischen amerikanischen
Schwarz-Weiß-Fotografen auch Rauschenberg, Warhol oder Oldenburg abrufen.
Doch für Hopper besonders ist die Vereinigung von Filmen (Regie führen),
Schauspielen, Malen, Collagieren oder plastisch wie installationshaft
Inszenieren, nicht zuletzt Fotografieren. In der Zeit einer Alltags- und
Warenästhetik finden Werbefiguren für Restaurants usw. Eingang in seine
Arbeit - in Wien steht ein mexikanischer Werberiese auch auf Noevers
Rampe, ein anderer im Hauptraum. Weiters wichtig als Thema ist die
Mauer - fast in einem immer wieder neu angesprochenen Sinn seit der Antike
(oder Leonardo) - in Foto (vor allem den frühen großen Silver-Gelatine
Prints), Assemblage und Collage auch in der abstrakten Malerei. Von einer
frühen bunten hyperrealistischen Phase monumentaler Formate, die sich von
Pop bis zu späterer Westcoast-Malerei bewegen, ist Hopper in ein stilleres
und poetischeres Arbeiten mit Fotos (z. B. einer Japan-Reise) und elegisch
abstrakter Malerei in den letzten Jahren gekommen. Wirkliches
Understatement ist es noch nicht, aber es entspricht auch dem seriösen
Auftreten des Meisters heute. Kultfigur ist er trotzdem geblieben, wenn
auch aus dem langhaarigen Motorradfahrer der exzentrischen
gesellschaftskritischen Hippie-Generation ein ergrauter Vertreter einer
wichtigen Epoche geworden ist, in die man aber gerne - vor allem, wenn der
Protest miterlebt wurde - zurückkehrt. Es ist bereits eine etwas
sentimentale Reise in die Geschichte (der Kunst und des künstlerischen
Films) zurück. Im Katalog sind Interviews (mit Kollegen wie Ed Ruscha)
und Kommentare (wie dem Warhols) in die Texte von Theoretikern und
Veranstaltern gemixt. Dazu ist, beinahe komplett, die Dokumentation eines
Lebenswerkes samt Lebenslauf in Fotos zu finden.
Erschienen am: 11.09.2001 |
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MAK Ausstellungshall e: Dennis- Hopper- Retrospektive
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