VN Do, 10.1.2002

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Mit großen Namen ins Jahr 2002

Kunsthaus Bregenz hat Besucherzahlen und Einnahmen deutlich erhöhen können

Bregenz (VN-cd) Man hat die Besucherzahlen erhöht, schließt das Jahr 2001 auch wirtschaftlich erfolgreich ab und will 2002, das zweite Jahr unter der Leitung von Eckhard Schneider, auch mit Einzelausstellungen international bedeutender Künstlerpersönlichkeiten bestreiten. Gemessen an den gesetzten Zielen sei das Kunsthaus Bregenz auf einem guten Weg, hieß es bei der Präsentation des neuen Programmes, das unter dem Motto "Radikalität der Gegenwart" steht.

Dass der Kultursommer in Vorarlberg neben den Festspielen auf der Seite der bildenden Kunst diesmal mit der Grande Dame der Gegenwartskunst Louise Bourgeois bestritten wird, ist "VN"-Lesern bereits bekannt. Das Werk, das Macht, Bedrohung und Schutzbedürfnis der Menschen im Besonderen auslotet und dabei auch auf Geschlechterrollen Bezug nimmt, wird kombiniert mit Arbeiten der Vorarlberger Medienkünstlerin Ruth Schnell. Die Vertreterin Österreichs bei der Biennale in Venedig, die im letzten Jahr mit dem Internationalen Kunstpreis des Landes ausgezeichnet wurde, wird die Außenhaut des Kunsthauses gestalten bzw. dort ein Werk präsentieren. Unter der Intendanz von Eckhard Schneider wurde diese Herausforderung von Tony Oursler angenommen, vorher waren dies Keith Sonnier und James Turrell.

Kernkonflikt

In der Realisierung von konkret auf das Kunsthaus zugeschnittenen Einzelausstellungen sieht Direktor Eckhard Schneider eine Möglichkeit, einen Kernkonflikt zu bewältigen. Auf der einen Seite sei man mit einer zunehmenden Spezialisierung der Künstler konfrontiert, auf der anderen Seite gelte es für das Publikum, jene Herausforderung, die mit der Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst verbunden ist, anzunehmen. Dafür brauche es Brücken, die das Kunsthaus mit einem ausgebauten Vermittlungsprogramm zu errichten sucht. Schneider: "Man darf nie lockerlassen, um den kulturpolitischen Auftrag zu erfüllen, den wir mit diesem Haus haben, nämlich der Versuch, einerseits in der Region verankert zu sein und andererseits internationale Maßstäbe zu setzen."

Diskursangebot

Man sei angetreten, sich als Kunsthaus im europäischen Bereich zu messen. Im Jahr 2002 soll das weiters mit dem Schotten Douglas Gordon, dem britischen Künstlerduo Gilbert & George sowie den Newcomers Pierre Huyghe (die letztjährige Sensation im französischen Pavillon der Biennale von Venedig) und Doug Aitken gelingen.

Mit Einzelausstellungen großer Namen und einem ausgeweiteten Rahmenveranstaltungs- und Vermittlungsprogramm ist es im Jahr 2001 gelungen, 72.000 Besucher anzusprechen. Im Jahr zuvor waren es 53.000, 1998, im diesbezüglich besten Jahr seit der Eröffnung, 58.000. Dieses positive Ergebnis will Eckhard Schneider nur als einen Aspekt des Erfolges verstanden wissen, grundsätzlich geht er davon aus, dass eine Zwischenbilanz zur Beurteilung seines Konzeptes erst nach etwa drei Jahren gemacht werden kann. 35 Prozent der Besucher kommen im Übrigen aus Österreich, 30 Prozent aus Deutschland. Deutlich angestiegen sind auch die Einnahmen. Das Gesamtbudget beträgt 2,2 Millionen Euro. Hauptsponsor ist neuerdings die Hypo-Bank.

Was die Zukunft betrifft, will man auf jeden Fall das Diskursangebot ausbauen.

Seit über 30 Jahren provoziert das Duo Gilbert & George mit Humor. Es kommt im April nach Bregenz.

Louise Bourgeois kommt im Juli.

Wir sind auf gutem Weg. Eine erste Zwischenbilanz kann man aber erst nach etwa drei Jahren treffen.

ECKHARD SCHNEIDER

Kunsthaus Bregenz 2002

Douglas Gordon: 19. Jänner bis 14. April

Gilbert & George: 17. April bis 23. Juni

Louise Bourgeois: 6. Juli bis 8. September

Ruth Schnell: Juli/August

Pierre Huyghe: 21. September bis 17. November

Doug Aitken: 30. November bis 26. Jänner 2003

Internet: www.kunsthaus-bregenz.at




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