| Steil wie ein
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York |
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Architektur Österreich sorgt in New York für
Furore Von Holger
Christmann 19.
April 2002 Es ist nur 7,6 Meter
breit, 30,5 Meter lang, aber 24 Stockwerke hoch: das neue
österreichische Kulturforum in New York. Jetzt wurde es eröffnet -
und sorgt in New York für Furore. Amerikas Kritiker preisen den Bau
als lang ersehnte Viagra für die müde New Yorker Architekturszene.
„Das
schmale Grundstück ist so brillant genutzt, dass man sich das
Gebäude nirgendwo anders vorstellen kann“, schreibt der New Yorker.
Ein wahres „Wunder“ nennt Richard Lacayo in „Time“ den Bau an der
52. Straße. Er biete mehr optisches und geistreiches Vergnügen als
alle Bürogebäude Manhattans zusammen, schwärmt das Magazin. In der
„New York Times“ wertet Star-Kritiker Herbert Muschamps das Gebäude
als ein Zeichen dafür, welche zentrale Rolle Österreich für die
Architektur der Gegenwart und Zukunft spiele.
Bedeutungsschwanger schreibt
Muschamps über das Bauwerk, in dem er von Freud bis zur „Hochzeit
des Figaro“ Jahrhunderte österreichischer Kultur kulminiert sieht,
hier habe ein Architekt auf dem Recht bestanden Architektur zu
schaffen, und das stelle sich als „völlig o.k.“ heraus.
Rakete und
Guillotine
Es sei lang her, dass ein Bau
in New York „dieser Idee mit soviel Selbstvertrauen und Vornehmheit“
verpflichtet gewesen sei. Und Lacayo schwärmt, 40 Jahre lang hätten
Bauherren in Manhattan gesichtslose Kästen und hochfahrende
Sperenzien wie Philip Johnson's Sony-Zentrale mit seinem
Chippendale-Giebel aus dem Boden gestampft. Jetzt katapultiere eine
kleine Rakete die Stadt in ein neues, besseres Zeitalter.
In der Tat fällt das Gebäude
mit seiner vorgehängten Glasfront in Manhattan aus dem Rahmen.
Spektakulär weicht die Fassade vom Straßengeschehen auf der 52nd
Street zwischen der Fifth und der Madison Avenue zurück, indem sie
sich nach oben hin abgestuft verjüngt. Muschamp fühlt sich durch die
Scheiben an eine Guillotine erinnert: „Die Glas-Jalousien
zerschneiden den Himmel in Scheiben“.
Totempfahl
und Harpune
Lacayo spricht von einem
„Totempfahl“. Die Bauregulierungen verlangen, dass obere Etagen
zurücktreten, damit noch Sonnenlicht in die Straßen Manhattans
fallen kann. Doch während sich Architekten bislang in New York für
abgestufte Silhouetten entschieden, schuf der Architekt hier eine
diagonale Ebene mit kantigen Überhängen, die Lacayo an die „Zähne
einer Harpune“ erinnern. Das Büro des Direktors kragt unter dem Dach
sichtbar aus der Fassade hervor.
Der Architekt Raimund Abraham
gehörte zu jenen Baumeistern, die hauptsächlich durch ihre Theorien
und unrealisierten Entwürfe bekannt waren - ein ähnlicher Fall war
Peter Eisenman. Im Alter von 68 Jahren ist der im österreichischen
Lienz geborene, aber seit 1964 in Amerika lebende Abraham die
Hoffnung der amerikanischen Architektur. Nichts weniger als die
„Wiedergeburt“ New Yorks (Lacayo) aus einem neuen architektonischen
Geist wird mit diesem Bau verbunden.
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