Zeitgleich mit der Biennale findet die DakartOff statt, die sich
einerseits mit einer leicht avantgardistischen Geste von der
Großveranstaltung distanziert, andererseits sind manche Künstler hier wie
da mit Kunstwerken vertreten.
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| Viye Diba |
In mehr als 80 Institutionen und improvisierten Locations werden Filme,
Konzerte, Performances, Design und Kunst präsentiert. Und obwohl die
Vernetzung der afrikanischen Kunstszene bei weitem nicht so dicht ist wie
jene in Europa und Nordamerika, sind hier keineswegs nur senegalesische
Künstler und Künstlerinnen vertreten.
Schwierigkeiten der Kritik
Wie bei der Biennale auch sind nur wenige der Arbeiten auf den ersten
Blick überzeugend: das naheliegende Interesse, am westlichen Kunstmarkt
teilzuhaben, lässt manche Künstlerinnen und Künstler entweder Techniken
und Formen westlicher Provenienz ungebrochen übernehmen oder mit
traditionellen Materialien und Methoden Arbeiten produzieren, die sich vom
auf den Strassen angebotenen Ethno-Kitsch nur wenig unterscheiden.
Das Problem ist allerdings nicht notwendig nur eines der hiesigen
Kunstproduktion: weil im Westen nur wenig Gegenwartskunst aus Afrika
bekannt ist, fehlt dort das Wissen um die jeweils lokalen
Kunstgeschichten. Was etwa wie die Kopie einer Plastik Giacomettis
aussehen mag, kann durchaus auf eine Figuration referieren, die in der
senegalesischen Kunst eine völlig andere Bedeutung hat.
Von der Kunst leben
Zudem spielt Kunst - wenigstens im Senegal - eine andere Rolle als im
Westen. Hat sie dort den Status einer Beschäftigung, die die meisten über
Nebenjobs in anderen Branchen finanzieren, ist Kunst hier eher eine
berufliche Qualifikation, die verschiedene Arbeitsfelder öffnet.
Zwar können auch in Dakar nur wenige vom Verkauf ihrer Arbeiten leben;
ihr künstlerisches Wissen wenden jedoch andere etwa für Textildesign und
Modeproduktion an.