Elke Krystufeks Haare sind jetzt kurz. Die lange
braune Lockenmähne ist Geschichte - und zwar österreichische
Kunstgeschichte. Denn die 31jährige gilt heute mit ihren provokanten
Performances, Bildern, Photographien, die ihren eigenen Körper und ihre
Sexualität der Öffentlichkeit preisgaben, neben den
Hohenbüchler-Zwillingen Irene und Christine als die international
erfolgreichste Künstlerin ihrer Generation, als Shooting-Star der Wiener
Kunstszene der neunziger Jahre.
1994 erregte sie einen Skandal, als sie sich bei der
Eröffnung der "Jetztzeit"-Ausstellung in der Wiener Kunsthalle auszog und
eine Masturbationsshow bot.
Geboren 1970 in Wien, aufgewachsen in der Hinterbrühl,
besuchte sie kurz Arnulf Rainers Meisterklasse an der Akademie für
bildende Künste. 1997 hatte sie eine Einzelausstellung in der Wiener
Secession, 1998 war sie Österreichs Vertreterin bei der Biennale in São
Paulo. Sie fehlt bei fast keiner Gruppenausstellung über österreichische
Künstler wie etwa gerade in Shanghai oder Warschau. In Österreich ist sie
gerade bei "Reisen ins Ich" in der Sammlung Essl vertreten. Ihre Bilder
erzielen am Markt derzeit Preise bis zu 200.000 S (14.535 €), Objekte bis
zu 300.000 S (21.802 €). [*]
© Die Presse | Wien