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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
20. April 2005
12:45 MESZ
Zwei "Finalisten" für Husslein-Nachfolge in Salzburg
Jury-Vorschlag für Direktoren-Posten des Museums der Moderne - Habsburg begründet Rücknahme der Leihgaben: Museum "hätte mehr daraus machen können"

Salzburg - Bei der Suche nach einer neuen Führung für das Museum der Moderne in Salzburg ist am Dienstag eine Vorentscheidung gefallen. Von den ursprünglich 39 Bewerbern sind jetzt noch zwei übrig geblieben, die Anfang Juni in einem Hearing dem Aufsichtsrat Rede und Antwort stehen müssen. Namen wollte der für Museen zuständige LHStv. Wilfried Haslauer (V) nicht verraten. Es wurde lediglich bekannt, dass beide "Finalisten" keine Österreicher sind.

Sechs von 39 Bewerbern waren zu Vorauswahl geladen

Von den 39 Bewerben wurden sechs zu einer Vorauswahl vor eine Expertenjury geladen, die heute tagte. Für die beiden "Sieger" aus dieser Runde gibt es keine Reihung, erfuhr die APA aus dem Büro Haslauers. Die Jury wird auch im Aufsichtsrat beratend vertreten sein. "Mein Ziel ist es, ausschließlich nach fachlichen Kriterien den besten Direktor oder die beste Direktorin für unser Museum der Moderne zu finden. Um die Entscheidung so weit als möglich aus parteipolitischen Diskussionen heraus zu halten, habe ich die Expertenkommission eingesetzt", so Haslauer.

Jury-Mitglieder

Der Jury gehörten Dieter Bogner als Vorsitzender (Kunsthistoriker, Museumsberater, Inhaber der Firma "bogner.cultural consulting"), Sabine Breitwieser (Direktorin der Generali-Foundation Wien), Max Hollein (Direktor der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt am Main), Peter Iden (Kunstkritiker und Kunstjournalist, Mitarbeiter der FAZ und Kenner der internationalen Museumsszene) und Felix Baumann (Ex-Direktor des Kunsthauses Zürich) an.

Die Ausschreibung war notwendig geworden, weil die derzeitige Direktorin Agnes Husslein ihren mit Jahresende auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängert hat. Als Grund gab sie an, dass sie aus privaten Gründen zurück nach Wien wolle. Ihr Angebot, noch zwei Jahre in Salzburg anzuhängen, ist nach Angaben Hussleins von LHStv. Othmar Raus (S) abgelehnt worden.

Habsburg-Stiftung: "Salzburg hätte mehr aus Leihgaben machen können"

"Ich habe meine Leihgaben aus Salzburg nicht deshalb zurück gezogen, weil Direktorin Agnes Husslein das Museum verlässt." Das sagte Francesca Habsburg, Direktorin der Thyssen-Bornemisza-Sammlungen am Dienstag in einer Aussendung. Die Presseabteilung Habsburgs betonte das Museum der Moderne in Salzburg hätte aus den Leihgaben der Familie, die immerhin davor noch nie aus der Hand gegeben wurden, mehr machen können.

"Die kuratorischen und wissenschaftlichen Leistungen des Museums, die Ausstellungsbetreuung, die Katalogisierung und die Veröffentlichung einerseits und die Präsentation sämtlicher Leihgaben andererseits rechtfertigen eine Dauerleihgabe nicht", so Habsburg. Dennoch stünden die Thyssen-Bornemisza-Sammlungen weiteren Verhandlungen mit dem Museum der Moderne offen gegenüber. "Es war immer meine Absicht, Salzburg zu unterstützen, und ich habe das auch mehrfach bewiesen", argumentierte die prominente Kunst-Sammlerin.

Agnes Husslein-Arco wies am Mittwoch diese Vorwürfe zurück: In einem Papier begründet Habsburg die Auflösung des Leihvertrags mit entscheidenden Änderungen in der Direktion des Museums. Darüber hinaus habe Habsburg keinerlei weiteren Gründe genannt, heißt es seitens des Museums.

(APA)


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