Den Raum mit Farbe füllen
Das Rohnerhaus in Lauterach zeigt neue Arbeiten von Curt Scheiderbauer.
Lauterach (VN-ag)
Bilder so voller Farbe, dass sie auch an einem grauen Tag leuchten -
das ist die Vision in der Malerei von Curt Scheiderbauer. Unter dem
Titel "Tendenzen" zeigt der Maler und Grafiker im Lauteracher
Rohnerhaus neue, konkret-konstruktive Arbeiten und füllt die Räume mit
Licht und Farbe. Ordnungssinn
Neben seinem
Brotberuf als grafischer Gestalter im angewandten Bereich hat das Herz
von Curt Scheiderbauer immer schon für die Kunst geschlagen. In den
frühen Jahren wesentlich beeinflusst von Hubert Berchtold und dem
Expressiven zugewandt, war bereits in den damaligen Werken jener
Ordnungssinn für Farben und Flächen grundgelegt, der das aktuelle
Schaffen bestimmt. Aus den von Geometrie dominierten Bildern sind
sämtliche illustrative oder narrative Momente verbannt. Die einzige
Ausnahme bildet ein Exkurs in die spanische Landschaft Asturiens, wo
Curt Scheiderbauer eine zweite Heimat gefunden hat. In diesen Arbeiten
bildet zwar die gesehene Landschaft die (immer noch erkennbare)
Grundlage, doch versucht der Maler auch hier, zumeist mit feinen
vertikalen Linien, "Ordnung" zu schaffen und das Geschaute, real
Vorhandene in eine abstraktere Form der Darstellung zu überführen. Starker Output
Die ganz neuen
Arbeiten, die in einem beachtlichen Output in großer Zahl im Verlauf
dieses Jahres entstanden sind, demonstrieren die Absicht, noch stärker
in den Raum vorzudringen. In einer vierteiligen Sequenz steigert sich
dieses Unterfangen von durch Farbe erzeugter Tiefe, über das Anbringen
von Holzleisten bis hin zu Spiegeln, die den Betrachter ins Bild holen
und eine zusätzliche Ebene der Wahrnehmung schaffen. Unübersehbar und
ganz bewusst zelebriert Scheiderbauer dagegen in anderen Werken die
Nähe zu zeitgenössischen Größen wie Sean Scully oder auch Mark Rothko,
wenn er auf Streifen und Felder, auf die autonome Ausdrucksqualität der
Farbe und auf Farbe als konstruktives Element setzt. Ebenso bewusst wie
die Anlehnung an bereits Bekanntes erfolgt auch der Versuch, sich davon
abzusetzen. Eine Herausforderung und Gratwanderung, der sich der Maler
mit wechselndem Erfolg stellt. Als Künstler ist Curt Scheiderbauer, wie
er selbst gerne sagt, ein Amateur. Ein Amateur jedoch im besten Sinn
des Wortes und ganz ohne den Beigeschmack des Dilettantischen. Einer,
der die Sache liebt, die er tut und mit Passion, Beharrlichkeit und
Können verfolgt. Vielleicht ist es das, was die Farben so zum Leuchten
bringt. Die Ausstellung
"Tendenzen" ist im Rohnerhaus in Lauterach bis 21. April 2007 zu sehen,
geöffnet Mittwoch bis Samstag, 11 bis 17, Freitag, 11 bis 20 Uhr. ZUR PERSON
Maler und Grafiker
Curt Scheiderbauer Geboren: 1937 in Dornbirn Ausbildung: Studium der
Wirtschaftswerbung und Grafik in Wien Laufbahn: Creative Director der
Hilti AG, freischaffender Künstler, Ausstellungen im In- und Ausland,
Kunst-am-Bau-Projekte Wohnort: Bregenz und Asturien Arbeit von Scheiderbauer: Passion und Beharrlichkeit bringen die Farben zum Leuchten.
(Foto: A. Grabher)
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