| Europa vor 2.500 Jahren | |
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Von besonderem Interesse ist die Vorstellung, dass es eine Art "Europa" im Sinne von Verbindendem über weite geografische Räume hinweg bereits in so früher Zeit gegeben haben könnte. |
Es war sogleich von einer Sensation die
Rede, als 1996 am Glauberg bei Frankfurt die Statue eines Keltenfürsten
ausgegraben wurde. Zweieinhalbtausend Jahre lang war die knapp zwei Meter
hohe Sandsteinfigur fast unversehrt geblieben. Heute gilt sie als eines der aussagekräftigsten Dokumente aus der
Frühzeit eines Volkes, das in den Jahrhunderten vor den römischen
Eroberungen das Gebiet zwischen Alpen, Pyrenäen, Rhein und oberer Donau
besiedelte. In Frankfurt ist der "Fürst vom Glauberg" nun zum ersten Mal
öffentlich zu sehen.
Neues Kelten-Bild Seit der großen Ausstellung in Venedig "Die Kelten - das erste Europa"
sind zwölf Jahre vergangen. Seitdem haben Funde und Befunde das Bild von
den Kelten in vieler Hinsicht verändert. Schon 1994/95 waren am Fuß des
267 Meter hohen Glaubergs, offenbar einst ein Machtzentrum am Nordrand der
keltischen Kultur, reich ausgestattete Fürstengräber zu Tage gekommen. Nach der Statue von 1996 wurden Bruchstücke von drei weiteren gefunden.
Zu diesen Skulpturen gibt es in Mitteleuropa bisher keine Parallelen. Zu
Pfingsten wird am Glauberg eine "Keltenstraße" eröffnet, die die Fundorte
verbindet.
Ideen der Selbstdarstellung Die gezeigten Skulpturen der Ausstellung "Glaube - Mythos -
Wirklichkeit. Das Rätsel der Kelten vom Glauberg" belegen für das 8. bis
5. Jahrhundert vor Christus übereinstimmende, jeweils lokal entstandene
Ideen der Selbstdarstellung und Heroisierung sozial hervorgehobener
Personen. Im 6. und 5. Jahrhundert kamen im jetzigen Frankreich und
Deutschland Impulse aus dem Mittelmeerraum hinzu. Ähnlichkeit mit Etrusker-Plastiken
Wie kamen Techniken nach Norden? Offen ist die Frage, wie die Techniken und Konzeptionen im einzelnen
nach Norden gelangten. Professor Otto-Hermann Frey vom vorgeschichtlichen
Seminar der Universität Marburg äußert in der Zeitschrift "Archäologie in
Deutschland" (Stuttgart) die Auffassung, dass nur persönliche Kontakte die
Anstöße für solche Bildwerke geliefert haben können. Also etwa so, dass ein Steinmetz aus dem Süden in Mitteleuropa Arbeit
fand. In Funden am Mont Lassois in Burgund, damals ebenfalls ein
bedeutendes Zentrum der Keltenkultur, scheint sich auch ein Einfluss über
die 600 Jahre vor Christus gegründete griechische Kolonie Massalia (heute
Marseille) zu zeigen. Links:
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