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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
20. April 2007
15:50 MESZ
Rätsel um Maler, den es vielleicht gar nicht gab
Tschechische Medien berichten, dass Bohumil Samuel Kecir eine erfundene Person sei - "seine" Bilder werden auch in Österreich gehandelt

Prag - Einem groß angelegten Kunstskandal wollen tschechische Medien in Prag auf die Spur gekommen sein. Danach soll der vermeintliche tschechische Maler "Bohumil Samuel Kecir", dessen Bilder auch in Deutschland und Österreich gehandelt werden, nie gelebt haben. Eine Biografie, laut der der angeblich 1904 geborene Künstler unter Nazis sowie Kommunisten gelitten habe und 1987 in einer Heilanstalt gestorben sei, sei vermutlich völlig erfunden, berichtete die Prager Zeitung "Lidove noviny". Während tschechische Kunstexperten von einem offensichtlichen Betrug sprachen, wies der Wiener "Kecir-Spezialist" Erich Tromayer den Verdacht zurück.

Er habe Kecir zwar nicht persönlich gekannt, der Künstler habe aber tatsächlich gelebt, sagte Tromayer, der über den angeblichen Maler ein Buch geschrieben hat. Hingegen hätten Recherchen des tschechischen Fernsehsenders TV Nova sowie der Zeitungen "Hospodarske noviny" und "Respekt" keinen zweifelsfreien Hinweis für die Existenz von Kecir erbracht, hieß es in Prag.

"Wenn jemand die Bilder unter Pseudonym gemalt hätte, wäre das in Ordnung", sagte der tschechische Experte Emil Celeda der "Lidove noviny": "Ich wundere mich, dass kein Käufer Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht hat - nachdem doch heraus gekommen ist, dass es sich um Betrug handelt." (APA/dpa)


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