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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
23. Mai 2007
21:20 MESZ
Link: www.kunsthauswien.at  
"Zurück zur Figur"
Kunsthaus Wien zeigt 60 Werke zeitgenössischer Maler mit figurativen Tendenzen

Wien - "Zurück zur Figur" heißt die neue Ausstellung im Kunsthaus Wien, die am Mittwoch eröffnet wurde. Diesen Titel dürfe man aber "keinesfalls als Rückschritt oder Blick in die Vergangenheit" werten, betonte Kunsthaus-Direktor Joram Harel bei der heutigen Presseführung. Der Untertitel "Malerei der Gegenwart" ist jedoch wörtlich zu nehmen. Erstmals sei eine Gruppenausstellung zu sehen, die ausschließlich einen Überblick über die figurative Malerei des 21. Jahrhunderts gebe, so Wim Pijbes, Direktor der Kunsthal Rotterdam, der die Schau heute Abend eröffnen wird.

Konzentriert auf die Auseinandersetzung mit dem Bild des Menschen wurde junge Kunst ausgesucht, kein einziges Exponat datiert aus der Zeit vor der Jahrtausendwende. "Zurück zu Figur" ist keine Wanderausstellung im üblichen Sinne. Vielmehr bezeichnete sie Pijbes als "Wanderkonzept". Schließlich hat sich an der Zusammensetzung der Schau seit ihrem Start in München einiges verändert. In jedem Land - bisher Schweiz und Rotterdam - wurden die Werke um aktuelle Arbeiten heimischer Künstler ergänzt. So haben die Kuratoren Christiane Lange und Florian Matzner den bereits ausgestellten Österreichern wie Xenia Hausner, Regina Götz, Mara Mattuschka und Muntean/Rosenblum weitere Künstler wie etwa Wolfgang Herzig, Peter Kogler, Gabi Trinkaus oder Hans Weigand hinzugefügt.

"welten-gegenwelten"

So sind bis zum 30. September insgesamt 60 Werke von 50 nationalen und internationalen Künstlern zu sehen, deren Heterogenität durch die Zusammenfassung in Themenblöcke wie "sachlich-magisch-surreal", "pop-crossover-subkultur", "porträt", "körper und psyche", "alltag-gesellschaft-politik" und "welten-gegenwelten" aufbereitet wird. Interessant ist etwa der Umgang zweier Künstlerinnen mit demselben Thema: So zeigen sowohl Regina Götz als auch ihre deutsche Kollegin Katrin Heichel Arbeiten unter dem Titel "Die Gehörnte".

Während sich die ehemalige Schülerin von Maria Lassnig, Regina Götz, in ihrem Selbstporträt mit ihrer eigenen Körperlichkeit auseinander setzt, setzt Heichel mit getriebenem Blattgold im Hintergrund auf den Kontrast zur menschlichen Jagdtrophäe. Weitere spannende Arbeiten liefern etwa Martin C. Herbst mit seinem flüchtigen Porträt "Maria Magdalena", Axel Krause mit seinem an Edward Hopper erinnernden Gemälde "Die Werkstatt" oder Gabi Trinkaus Papierarbeit "I is another (Basic Instinct)".

"Zurück zur Figur" zeigt eindrucksvoll die Vielfalt von Wirklichkeiten, die nicht immer mit der Realität übereinstimmen müssen. Die Ergänzung durch österreichische Künstler ist eindeutig ein Gewinn. Bleibt zu hoffen, dass diese Neuzugänge auch künftigen Stationen der Ausstellung erhalten bleiben. (APA)


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