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 OÖNachrichten Kultur Dienstag, 17. Juli 2001 18:01 

Mayrhofer und Munichthal zeigen in der Galeriehalle Scheutz zwiespältige Ergebnisse

Urfahr: Hummerchips mit falscher Botschaft

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"Es ist die Faszination für Ungreifbares, Erahntes, nicht Wissendes! Es soll als etwas Natürliches verstanden werden, wenn sich die Regungen im Inneren nicht mit den äußeren Faktoren decken oder mit ihnen in Einklang bringen lassen. Es wird die Frage sein, worauf wir uns konzentrieren. All die Äußerlichkeiten oder unsere Innenwelten, unsere Gefühle. Die erste Wahrnehmung reduziert sich auf Äußerliches, Plakatives oder Vordergründiges. Der Betrachter selbst entscheidet, ob er in die inneren Welten vordringt oder nicht"
Bravo! Das ist wahrlich gut abgesichert: Der Künstler Thomas Mayrhofer ist anscheinend ein kluger Mann. Sein Text zur aktuellen Präsentation in der Galeriehalle Scheutz in Urfahr ist jedenfalls ein Indiz dafür.
Dadurch, wie er den Betrachter in die Verantwortung nimmt, stiehlt er sich selbst aus dieser heraus. Was bei der Ausstellung "Aussicht auf Einsicht" nicht unwesentlich ist. Was uns Mayrhofer hier zeigt, ist nämlich vorwiegend Äußerliches. Wobei es naturgemäß nicht abwegig ist, dass ihn die dargestellten Akte und Dessousteile auch im tiefen Inneren beschäftigen. Ebenso die Frage des Plakativen, schließlich arbeitete er lange genug erfolgreich als Model.

Lockerer Gestus

Keine Frage, dass Mayrhofer ein guter Techniker ist. Umgang mit und Wirkung von Farben dürfte er in seinem Kunststudium ja wohl gelernt haben. Leider reduziert sich seine künstlerische Entwicklung der letzten Jahre hauptsächlich darauf, diese Technik zu perfektionieren. Was letztendlich in der Wiederholung und diese im Manierismus münden musste.

Seine Figuren setzen sich (neben Mischtechniken mit Druckvorlagen) aus schwungvollem Gestus zusammen. Striche, locker aus dem Handgelenk, die Schnittflächen sich dadurch kreuzender Linien farbig akzentuiert, mitunter übermalt. Das ist reizvoll. Nur kommt der Reiz kaum über den Effekt hinaus.
Diesen Linienschwung setzt Mayrhofer bei seinen Plastiken fort. Daraus entsteht eine Art übergroßer asiatischer Hummerchips, mit Ess-Stäbchen aneinandergespießt. Formal wiederum gelungen, optisch wiederum ansprechend, bloß: Der Weg zum angesprochenen "inneren" Anliegen offenbart sich auch hier dem Betrachter nicht.
Thomas Mayrhofer ist ohne Zweifel ein Talent. Sein Gespür für Proportion und Wirkung ist ausgeprägt. Es wäre auch durchaus legitim, sich gutes Dekor zum Anliegen zu machen. Es muss ja nicht immer die große Botschaft sein. In Bezug auf diese Arbeiten wäre dieses Eingeständnis ohnehin ehrlicher.
Selbsttäuschung ist eine Problematik, die auch angesichts der ebenfalls bei Scheutz gezeigten Werke von Harald Manfred Munichthal auftaucht: kräftige monochrome Farben, kräftig konturiert, kräftige Kontraste, Pünktchen, erotische Anspielungen.
Der erste Eindruck ist ein "Hoppala, das kennen wir doch?". Denn Munichthals farbintensive plakative Aussagen im Stil der Pop-Art wirken nicht nur auf den ersten Blick wie ein flotter Vierer, den Keith Haring, James Rizzi, Romero Britto und ein australischer Aboriginalkünstler in einer schwachen Stunde ausgelebt haben.
Wie bereits bei Mayrhofer gesagt: Dekor ist legitim. Aber dann bitte ohne esoterische Rhetorik als Beiwerk.

Galeriehalle/Urfahr: bis 28. Juli, Tel. 0676 / 320 70 80.

( von Irene Judmayer )

OÖN vom 17.07.01
(c) 2001 Medienhaus Wimmer

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 Kultur


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