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"Es ist die Faszination für Ungreifbares,
Erahntes, nicht Wissendes! Es soll als etwas Natürliches verstanden
werden, wenn sich die Regungen im Inneren nicht mit den äußeren
Faktoren decken oder mit ihnen in Einklang bringen lassen. Es wird
die Frage sein, worauf wir uns konzentrieren. All die
Äußerlichkeiten oder unsere Innenwelten, unsere Gefühle. Die erste
Wahrnehmung reduziert sich auf Äußerliches, Plakatives oder
Vordergründiges. Der Betrachter selbst entscheidet, ob er in die
inneren Welten vordringt oder nicht" Bravo! Das ist wahrlich gut
abgesichert: Der Künstler Thomas Mayrhofer ist anscheinend ein
kluger Mann. Sein Text zur aktuellen Präsentation in der
Galeriehalle Scheutz in Urfahr ist jedenfalls ein Indiz dafür.
Dadurch, wie er den Betrachter in die Verantwortung nimmt,
stiehlt er sich selbst aus dieser heraus. Was bei der Ausstellung
"Aussicht auf Einsicht" nicht unwesentlich ist. Was uns Mayrhofer
hier zeigt, ist nämlich vorwiegend Äußerliches. Wobei es naturgemäß
nicht abwegig ist, dass ihn die dargestellten Akte und Dessousteile
auch im tiefen Inneren beschäftigen. Ebenso die Frage des
Plakativen, schließlich arbeitete er lange genug erfolgreich als
Model.
Lockerer Gestus
Keine Frage, dass
Mayrhofer ein guter Techniker ist. Umgang mit und Wirkung von Farben
dürfte er in seinem Kunststudium ja wohl gelernt haben. Leider
reduziert sich seine künstlerische Entwicklung der letzten Jahre
hauptsächlich darauf, diese Technik zu perfektionieren. Was
letztendlich in der Wiederholung und diese im Manierismus münden
musste.
Seine Figuren setzen sich (neben Mischtechniken mit
Druckvorlagen) aus schwungvollem Gestus zusammen. Striche, locker
aus dem Handgelenk, die Schnittflächen sich dadurch kreuzender
Linien farbig akzentuiert, mitunter übermalt. Das ist reizvoll. Nur
kommt der Reiz kaum über den Effekt hinaus. Diesen Linienschwung
setzt Mayrhofer bei seinen Plastiken fort. Daraus entsteht eine Art
übergroßer asiatischer Hummerchips, mit Ess-Stäbchen
aneinandergespießt. Formal wiederum gelungen, optisch wiederum
ansprechend, bloß: Der Weg zum angesprochenen "inneren" Anliegen
offenbart sich auch hier dem Betrachter nicht. Thomas Mayrhofer
ist ohne Zweifel ein Talent. Sein Gespür für Proportion und Wirkung
ist ausgeprägt. Es wäre auch durchaus legitim, sich gutes Dekor zum
Anliegen zu machen. Es muss ja nicht immer die große Botschaft sein.
In Bezug auf diese Arbeiten wäre dieses Eingeständnis ohnehin
ehrlicher. Selbsttäuschung ist eine Problematik, die auch
angesichts der ebenfalls bei Scheutz gezeigten Werke von Harald
Manfred Munichthal auftaucht: kräftige monochrome Farben, kräftig
konturiert, kräftige Kontraste, Pünktchen, erotische
Anspielungen. Der erste Eindruck ist ein "Hoppala, das kennen wir
doch?". Denn Munichthals farbintensive plakative Aussagen im Stil
der Pop-Art wirken nicht nur auf den ersten Blick wie ein flotter
Vierer, den Keith Haring, James Rizzi, Romero Britto und ein
australischer Aboriginalkünstler in einer schwachen Stunde ausgelebt
haben. Wie bereits bei Mayrhofer gesagt: Dekor ist legitim. Aber
dann bitte ohne esoterische Rhetorik als
Beiwerk.
Galeriehalle/Urfahr: bis 28. Juli, Tel. 0676 / 320
70 80.
( von Irene Judmayer ) |