Bregenz (VN-cd) Die Joghurtbecher sind schon im Palais
Liechtenstein aufgereiht. Gerald Futscher wird am Donnerstag damit
Musik machen. Heutzutage braucht er nicht zu befürchten, dass er
deshalb im Knast landet. Früher war das anders.
Das Feldkircher Palais Liechtenstein ist jener Ort, an dem noch
vor wenigen Jahrzehnten Arbeiten von Gottfried Bechtold wieder
entfernt werden mussten und Wolfgang Flatz aufgrund einer
Performance (er kam mit einer Tüte über dem Kopf zu einer
Vernissage) verhaftet wurde. Das Palais Liechtenstein ist ein Ort,
an dem das gleichnamige Kuratorium seit nunmehr 30 Jahren für (eben
auch mutige) Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst sorgt.
Tolle "Gratwanderung"
Eine beachtliche Sammlung ist dabei zustande gekommen und sie
bildet auch das Herzstück der Jubiläumsausstellung, die mit Arbeiten
namhafter Künstler wie Bechtold (von ihm ist auch sein einziges
Ölbild zu sehen), Bösch, Damisch, Fink, Frohner, Häusle, Hirn,
Leissing, Lissy, Pramstaller, Prantl, Vith, Walter oder Zens auch
ein Stück Kunstgeschichte bis heute dokumentiert. Die Aufgabe, das
Palais Liechtenstein pro Jahr mit sechs Ausstellungen zu bespielen,
bezeichnet Kuratoriumsobmann Dr. Wolfgang Ilg als "Gratwanderung".
Mit rund 27.000 Euro von der Stadt (abzüglich Miete) und heuer
erstmals gewährten 7000 Euro vom Land muss man auskommen. Der
Vereinsvorstand trifft die Auswahl, gelegentlich werden Kuratoren
damit beauftragt. Das besondere Augenmerk des Vereins gilt
Nachwuchskünstlern. Dass man dabei ein gutes Auge hatte, beweist die
aktuelle Ausstellung, zu der ein umfangreicher Katalog aufgelegt
wurde. Was die Vermittlung betrifft, will man sich in Zukunft
verstärkt Programmen für Kinder widmen.
Kooperationen
Nach der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit mit Galerien in
Wiesbaden (zahlreiche Vorarlberger wurden in der hessischen
Landeshauptstadt präsentiert), sind weitere Kooperationen geplant.