VN Mi, 8.10.2003

Politik
Lokal
Sport
Markt
Kultur
Welt

Chronik
Leserbriefe
TV
VN-Heimat

Anzeigen
eVN.vol.at
eVN-Offline






Kultur 

Wo Flatz im Knast landete

. . . und Bechtold zensuriert wurde: Feldkircher Palais Liechtenstein feiert

Bregenz (VN-cd) Die Joghurtbecher sind schon im Palais Liechtenstein aufgereiht. Gerald Futscher wird am Donnerstag damit Musik machen. Heutzutage braucht er nicht zu befürchten, dass er deshalb im Knast landet. Früher war das anders.

Das Feldkircher Palais Liechtenstein ist jener Ort, an dem noch vor wenigen Jahrzehnten Arbeiten von Gottfried Bechtold wieder entfernt werden mussten und Wolfgang Flatz aufgrund einer Performance (er kam mit einer Tüte über dem Kopf zu einer Vernissage) verhaftet wurde. Das Palais Liechtenstein ist ein Ort, an dem das gleichnamige Kuratorium seit nunmehr 30 Jahren für (eben auch mutige) Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst sorgt.

Tolle "Gratwanderung"

Eine beachtliche Sammlung ist dabei zustande gekommen und sie bildet auch das Herzstück der Jubiläumsausstellung, die mit Arbeiten namhafter Künstler wie Bechtold (von ihm ist auch sein einziges Ölbild zu sehen), Bösch, Damisch, Fink, Frohner, Häusle, Hirn, Leissing, Lissy, Pramstaller, Prantl, Vith, Walter oder Zens auch ein Stück Kunstgeschichte bis heute dokumentiert. Die Aufgabe, das Palais Liechtenstein pro Jahr mit sechs Ausstellungen zu bespielen, bezeichnet Kuratoriumsobmann Dr. Wolfgang Ilg als "Gratwanderung". Mit rund 27.000 Euro von der Stadt (abzüglich Miete) und heuer erstmals gewährten 7000 Euro vom Land muss man auskommen. Der Vereinsvorstand trifft die Auswahl, gelegentlich werden Kuratoren damit beauftragt. Das besondere Augenmerk des Vereins gilt Nachwuchskünstlern. Dass man dabei ein gutes Auge hatte, beweist die aktuelle Ausstellung, zu der ein umfangreicher Katalog aufgelegt wurde. Was die Vermittlung betrifft, will man sich in Zukunft verstärkt Programmen für Kinder widmen.

Kooperationen

Nach der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit mit Galerien in Wiesbaden (zahlreiche Vorarlberger wurden in der hessischen Landeshauptstadt präsentiert), sind weitere Kooperationen geplant.

Die Ausstellung im Palais Liechtenstein in Feldkirch wird am 9. Oktober, 20 Uhr, eröffnet und ist bis 9. November zu besichtigen: Mi bis Fr, 16 bis 19 Uhr, Sa, 10 bis 13 Uhr, So, 10 bis 12 Uhr.

Arbeiten von Edgar Leissing - vor einigen Jahrzehnten hätte es der Vorarlberger Künstler in Feldkirch noch schwerer gehabt. (Foto: VN/Dietrich)




Kultur 

Zum Seitenbeginn