Als der Tone noch Anton hieß
Die Galerie "Ardizon" schöpft aus dem reichen Fundus der Grafik - gekonnt
ARIANE GRABHER
Bregenz (VN) Die
Radierung "Arbeit für zwei Köpfe" stammt von 1972 und ist von einem
gewissen "Anton Fink" signiert. Ebenso die Lithographie "Kamine",
geprägt vom energetischen, kratzig-kritzeligen Strich des Zeichners,
der heute als Tone Fink bekannt ist. Diese beiden Blätter sind nur zwei
Arbeiten aus dem reichen Fundus von Graphik, den der Bregenzer Galerist
Bernd Smodics derzeit in den Räumen seiner Galerie "Ardizon"
präsentiert. Absicht der
schlicht mit "Graphikschau" übertitelten Ausstellung ist das Aufzeigen
der Vielschichtigkeit, der Breite der stilistischen Mittel und der
technischen Möglichkeiten der zeitgenössischen Druckgrafik. Lokal-international
Neben Arbeiten, die
direkt in Bregenz entstanden sind, zeigt Smodics auch Werke, die er
über die Jahre zusammengetragen bzw. eigens für die Ausstellung
hergeholt hat. Neben aus Vorarlberg stammenden Größen wie Gottfried
Bechtold, vertreten mit einer Kombination aus Radierung, Collage und
Zeichnung, die verschiedene Elemente seines dreidimensionalen Schaffens
enthält, oder
Heinrich Salzmann, der farbstark mit überdimensionierten Gegenständen
und Sachlichkeit brilliert, setzt die Schau aber auch auf
internationale Namen wie Antoni Tapies oder die englischen
Künstlerbrüder Chapman. Die kleinformatige Radierung "Explaining
Christians to Dinosaurs" ist anlässlich der Ausstellung im Kunsthaus
Bregenz entstanden. Experimente
"Auch die
Drucktechnik entwickelt sich weiter", sagt Bernd Smodics. Zu jenen
Künstlern, die mit neuen Techniken arbeiten, zählen u.a. die Wiener
Künstlerin Henriette Leinfellner, deren Arbeiten auf Navigationskarten
basieren und mit "Spazio icognito" unbekanntes Terrain betreten, oder
der in Wien lebende Spanier Javier Pérez Gil. Beide widmen sich in
einer eigenen Druckwerkstatt fast ausschließlich der Graphik,
experimentieren mit Fotografie und Transfertechniken und werden im
kommenden Frühjahr in Einzelausstellungen in Bregenz zu sehen sein. Zu den
(technischen) Gustostückerln der Schau zählen für Smodics neben den
perfekt gemachten Blättern eines Gottfried Helnwein oder einer goyesken
Radierung von Alfred Hrdlicka aus den 60 er Jahren auch die Linoldrucke
von Martin Dickinger, der mit dem so genannten "verlorenen Schnitt" und
einem nicht wiederholbaren Prozess arbeitet. Zu entdecken im
breiten Spektrum der Ausstellung gibt es außerdem ein sehr schönes
Blatt von Herbert Albrecht, das nach einer Zeichnung von 1951
entstanden ist, einige der letzten Radierungen von Armin Pramstaller,
Neues und Verschlungenes von Michael Mittermayer, Expressives auf
Papier und als Skulptur von Gernot Riedmann, Hündisches von Bruno
Gironcoli, Architektonisch-Skulpturales von Walter Pichler,
Ordentliches von Ferdinand Ruef und, und, und . . . Die Graphikschau
ist in der Galerie "Ardizon", Thalbachgasse 4, Bregenz, bis 4. November
zu sehen, geöffnet Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 12 und 17 bis 20,
Freitag und Samstag, 10 bis 12 und 17 bis 21 Uhr. Zu den Gustostückerln zählt eine Radierung von Hrdlicka aus den 60 er-Jahren.
GALERIST BERND SMODICS
Heinrich Salzmann brilliert farbstark mit überdimensionierten Gegenständen. (Fotos: A. Grabher)
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