Kultur

Nachfolge für "Kontracom"

27.01.2007 | SN
Hans Landesmann im Gespräch für Musikbiennale - Bilanz des Mozartjahres

Salzburg (SN-hkk, estro). Salzburg wird auch nach dem Mozartjahr alle zwei Jahre ein Festival für zeitgenössische Kunst veranstalten. Dies kündigte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) am Freitag in der Pressekonferenz über Ergebnisse und Erfolge der Sonderveranstaltungen des Mozartjahres an. "Wir nehmen diesen Schwung mit."

Dieses Festival wird zwar voraussichtlich nicht mehr "Kontracom" - wie im Mozartjahr - heißen. Doch zeichnet sich ab, dass es wieder einen Bereich für Musik und einen für bildende Kunst geben könnte. Bis März sollten Konzepte finalisiert sein, sagte Heinz Schaden.

Das Musikprogramm dieser Biennale wird Hans Landesmann gestalten. Es gebe bereits Gespräche und Diskussionen mit Salzburger Musikern und Veranstaltern, bestätigte Landesmann am Freitag den SN. Er war zehn Jahre lang Konzertchef (und kaufmännischer Leiter) der Salzburger Festspiele und ist derzeit Mitglied von Kuratorium und Präsidium der Internationalen Stiftung Mozarteum.

Da Stadt und Altstadt-Marketing GmbH vertraglich verpflichtet sind, alle zwei Jahre für eine Biennale je 300.000 Euro bereitzustellen, ist ein Budget von 600.000 Euro für ein Nachfolgefestival von "Kontracom" im Jahr 2008 bereits sicher. Ob auch das Land einen Beitrag leisten werde, sei noch nicht entschieden, sagte der für Kultur zuständige stellvertretende Landeshauptmann Othmar Raus (SPÖ). Allerdings erinnerte er an das Prinzip der Kulturförderung, dass große Initiativen von Gemeinden in der Regel vom Land mitunterstützt würden.

Im Mozartjahr hatten alle drei Partner - Stadt, und Land Salzburg sowie Altstadt-Marketing GmbH - 450.000 Euro, insgesamt also 1,35 Mill. Euro dafür aufgebracht. "Kontracom" hatte vor allem mit den Projekten bildender Kunst, wie dem "Bauzaun" des Künstlers Hans Schabus und dem umgedrehten Hubschrauber auf dem Residenzplatz nach einer Idee von Paola Pivi, mehr Empörung und intensivere Diskussionen über Kunst im öffentlichen Raum losgetreten wie selten zuvor in Salzburg.

Mozart als Touristenmagnet Die Bilanz und der Rückblick auf das Mozartjahr in Salzburg zeigen nach Ansicht der Salzburger Politiker nur Erfreuliches: "Es war ein ausfüllendes, erfolgreiches Programm", das "traditionellen Darstellungen" ebenso Raum bot wie "einem Schuss Moderne", so Raus. Salzburg habe sich weltweit als Mozartstadt profiliert. 1375 Veranstaltungen an etwa 100 Spielorten wurden von 1,3 Millionen Menschen besucht. Ziel sei gewesen, "nicht ein Feuerwerk abzuschießen, das bestaunt und bewundert wird, aber in sich den Keim des Vergänglichen trägt". Vielmehr sollte Nachhaltigkeit erreicht werden. Zur Nachhaltigkeit erwähnte Heinz Schaden die Bauten im Wert von rund 100 Millionen Euro, die im Mozartjahr fertig gestellt worden sind, wie Haus für Mozart, Große Aula, Musikum und Universität Mozarteum.

Nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Salzburg, Harald Preuner, hat die Zahl der Nächtigungen im Mozartjahr alle hohen Erwartungen übertroffen: Die Zahl von 2,23 Millionen Übernachtungen 2006 war um 18,4 Prozent höher als im Jahr davor. Ursprünglich war die Zwei-Millionen-Marke als Ziel vorgegeben gewesen.

Eine Umfrage, die Studenten der Fachhochschule Salzburg unter Leitung von Karlheinz Zwerenz durchgeführt haben, brachte zu Tage, dass für 6,8 Prozent der Touristen das Mozartjahr der ausschließliche Grund für ihren Besuch in Salzburg gewesen ist; für 24,4 Prozent war es einer von mehreren Gründen. Auf die Frage, welcher Slogan am besten zu Salzburg passe, nannten 41 Prozent der befragten Touristen "Mozartstadt", je 29 Prozent "Kulturstadt" und "Festspielstadt".

Trotz all dem: Raus und Schaden stellten klar, dass es für Salzburg nicht genüge, ausschließlich auf Kultur zu setzen. Auch andere Bereiche, wie vor allem Sport, seien wichtig, sagte Raus. "Salzburg muss im Sport verankert bleiben."

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