Wien (SN). Die Kunst- und Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) ging die Museumsreform am Montag in der Sitzung mit Direktoren der sieben Bundesmuseen und der Nationalbibliothek sanft an. Es sei ein Einstieg in eine "offene Zukunftsdiskussion", sagte Claudia Schmied der APA. "Wir führen einen offenen Diskurs über eine langfristige Strategie." Sie habe die Museen aufgefordert, auf Basis der Budgets und der Subvention für 2008 Businesspläne zu erstellen.
Wie berichtet, hat die Ministerin die Subventionen für vier Institutionen für 2008 erhöht, die anderen (Museum Moderner Kunst, Naturhistorisches und Technisches Museum, Albertina) bekommen nicht einmal eine Inflationsabgeltung.
Am Montag hat sich die Empörung jener Direktoren verfestigt, deren Institutionen 2008 kein Zusatzbudget erhalten. Denn Johanna Rachinger, Direktorin der Nationalbibliothek, deren Subvention 2008 um 1,7 Mill. Euro erhöht wird, erwirkte Schmieds Zusage, dass für "längerfristige Projekte" wie die Digitalisierung des kulturellen Erbes die erhöhte Subvention beibehalten werde. Auch Wilfried Seipel, Direktor des Kunsthistorischen, dessen Subvention um 1,8 Mill. Euro aufgestockt wird, sagte nach der Sitzung: "Es wäre wohl nicht im Interesse des Erfinders gewesen, diese zusätzlichen Mittel nach einem Jahr wieder abzuziehen."
Bernhard Lötsch vom Naturhistorischen Museum hingegen sagte, er habe den "plötzlichen Ministerentscheid", die Subventionen von 2008 fortzuschreiben, mit "Fassungslosigkeit" aufgenommen. So bestätige sich die These, dass Tüchtige bestraft würden. Gabriela Zuna-Kratky vom Technischen Museum stellte fest: Sie sei prinzipiell für alles offen, "aber wenn man zu lange offen ist, ist man nicht ganz dicht".
Schmieds Sprecher Nikolaus Pelinka versicherte jedoch: Für 2009 seien die Budgets nicht fixiert. Die Aufteilung für 2008 sei keine Weichenstellung für die Folgejahre.




