20.07.2003 19:40
Graues Ungetüm aus Pappe
Gefällig
und dennoch mit Tiefgang: Chris Johanson in der Galerie Georg Kargl
Vor zwei Jahren wurde Galerist Georg Kargl auf Chris
Johanson aufmerksam. Mittlerweile stellte dieser bei der Whitney Biennale
aus und bestückte eine der renommierten "Statements"-Kojen auf der Art Basel.
Bei der ersten Personale des 35-jährigen Künstlers in Österreich wird ordentlich
geklotzt, und zwar mit drei völlig unterschiedlichen Rauminstallationen.
Der verbaute Eingangsbereich - inklusive Rutsche vom Bürobereich -
scheint noch das Konventionellste zu sein. Die bunte Holz-Bodenskulptur muss man
besteigen, um in die nächsten Räume zu kommen, ein manchmal unüberwindbares
Hindernis. Der große Ausstellungsraum bietet einen Ausgang durch die Glasdecke,
darunter birgt das graue Ungetüm aus Pappe so manch idyllische Szenerie. Die
Wände bestückte Johanson mit naiv-grotesken Malereien von zuweilen zwanghaftem
Charakter. Die moderne Version des Höllensturzes sieht statt des Materials Feuer
menschliche Stoffwechselendprodukte vor. Witz und banale Sager in Sprechblasen
laden die Bildchen manchmal fast philosophisch auf.
Gefällig auf den
ersten Blick und dennoch mit Tiefgang - das freut auch Sammler, wie es bis dato
den Anschein hat: "This is where you are." (dok)