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| 07.04.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Geschlechterfragen: Mann- und Frausein | ||
| Johanna Hofleitner | ||
| Geschlechterfragen umkreist das Ausstellungsgeschehen des Frühjahrs. Feminismus, Aktivismus und gesellschaftliches Aufbegehren spielen eine Rolle. | ||
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Sammlung Essl. Sie ist über 80 Jahre alt und schafft es punkto künstlerischer Originalität und Aktualität noch allemal, mit den jüngeren Generationen mitzuhalten: Maria Lassnig – die wichtigste österreichische Malerin der Gegenwart hat auch in der Sammlung von Agnes und Karlheinz Essl einen zentralen Stellenwert. Jetzt widmet ihr das Haus in Klosterneuburg eine große Personale mit Arbeiten der letzten drei Jahrzehnte. Eine Überraschung sind bisher kaum gezeigte Skulpturen, an denen Lassnig in den 70er- Jahren zu arbeiten begann. Personale „Maria Lassnig“,
Exil und Emigration, Fundamentalismus, Kapitalismus, Tradition und
Fortschritt, Regionalität versus Internationalität – Parameter wie diese
sind im Nahen Osten existenzbestimmend. Wie gehen Künstlerinnen aus der
Türkei, dem Iran, Ägypten, Syrien, Algerien und Palästina mit dem
Clash der Kulturen um? Welche Strategien entwickeln sie, um sich auf dem
Kunstmarkt zu behaupten? In Videos erzählen acht Künstlerinnen Geschichten
rund um Themen weiblicher Identität. Mit Shirin Neshat, Mona Hatoum u. a.
Es gibt im Kunstbetrieb nur wenig, was nicht sein Fett vom Münchner Parodisten Mathias Waske abkriegt. Die Kunstsammler und ihr Jagdwahn sind vor ihm ebenso wenig sicher wie die Verkitschungen der Kunstindustrie. Als da wären: das viel reproduzierte Lächeln der Mona Lisa, die Invasion von Dürers „Feldhasen“ auf Drucksorten von der Osterkarte bis zur Tischserviette oder seine „Betenden Hände“ auf Trauer- und Beileidskarten „Mathias Waske. Mona Lisa bis Madonna,
Klimt, Schiele, Kokoschka, Loos, Gerstl, Faistauer: Zu Lebzeiten sorgten ihre Darstellungen des Nackten, Obszönen, (Homo-)Erotischen für helle Empörung. Heute scheint die Aufregung rund ums Looshaus, Schieles Haft oder der Skandal um Klimts Fakultätsbilder im Anekdotenreservoir der Kunstgeschichte untergegangen. Welche Sprengkraft die österreichische Moderne tatsächlich hatte, versuchte die Schau zu vergegenwärtigen – jenseits von Bagatellisierung und Banalisierung. „Die nackte Wahrheit. Klimt, Schiele, Kokoschka und andere
Skandale“
Mit seinem Zentralthema „Zerstörung“ wurde Gustav Metzger zur wichtigen Referenzfigur. Das politische, ökologische und ökonomische Bedrohungspotenzial des 20. Jahrhunderts liefert ihm Ansatzpunkte genug. Jetzt wird das Gesamtwerk des 79-jährigen Nürnberger Aktivisten in einem detaillierten Überblick präsentiert. „Gustav Metzger. Geschichte Geschichte“
Eine heiße Kandidatin für die bevorstehende documenta 12 ist Ines Doujak. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich immer wieder mit dem Aufbrechen klischierter weiblicher Rollenbilder. Im Zentrum ihres jüngsten Projekts „Dirty Old Women“ stehen alte Frauen, untersucht wird deren Bedeutung und Repräsentation in der Gesellschaft. „Ines Doujak: Dirty Old Women“
Zwar gibt es in Wien kaum einen frequentierteren Ort als die
Ringstraße. Dennoch strahlt der Ziehbrunnen, den Michael Kienzer für den
öffentlichen Raum vor dem MAK konzipiert hat, eine Menge Verlorenheit aus.
Doch nimmt’s Wunder? Der Bildhauer hat ihn lapidar in die Höhe gehievt, wo
sich die Skulptur mehr unter Ampeln, Leitungen und Laternen mischt als
dass sie dem Fuß-, Rad- und Autofahrervolk ins Auge fällt. In der
zugehörigen Ausstellung im MAK füllt er die Lobby mit einem schwebenden
Riesenluftballon und die Galerie mit einer monumentalen dreidimensionalen
Drahtzeichnung.
Fast fünf Jahrzehnte umspannt das fotografische Lebenswerk Inge Moraths, die über Paris und die legendäre Fotoagentur Magnum nach Amerika ausgewandert war. Entsprechend ihrem essayistischen Zugang zur Fotografie arbeitete sie gerne in Themen und Blöcken. Ein spätes Projekt von ihr wird nun posthum realisiert: ein breiter Querschnitt durch fast fünfzig Schaffensjahre. Der Schwerpunkt liegt auf Bildern aus Wien, Straßenszenen, surrealen Alltagsgeschichten. „Inge Morath: Durch Österreich“
Allan Sekula ist ein epischer Dokumentarist, der in nüchternen
Fotografien Romane erzählt, die vom wirklichen Leben handeln. Immer steht
im Mittelpunkt das Meer, dessen Romantik er als Wirtschaftsfaktor
entlarvt. Nun stellt er die „Titanic“ auf den Prüfstand. Sein besonderes
Augenmerk gilt der Bevölkerung jenes Fischerdorfs, vor dessen Küste
aufwendige Dreharbeiten stattfanden, die das ökologische und
ökonomische Gleichgewicht der Region massiv erschütterten.
In der umfangreichen Enzyklopädie steirischer Künstler „Styrian Window“ ist Emmy Hiesleitner-Singer (1885–1980) noch gar nicht erfasst. Denn Sichtbarkeit erlangte sie vor allem als Grafikerin, die im Auftrag des Volkskundemuseums Ansichten von Gehöften und Ortschaften erstellte. Nun entdeckt die Neue Galerie sie als eine Künstlerin, die in ihrer Kunst unter dem Einfluss von Jugendstil und Realismus Zeichnung und Malerei eigenwillig verknüpft. „Emmy Hiesleitner-Singer (1885–1980): Landschaften“
Zwei Frauen in roten Kleidern pressen sich eng nebeneinander an eine Glasscheibe (siehe Cover). Sichtbar ist nur ihre hintere Hüftpartie, der Abdruck des Glases auf den Körpern, die Taillen. Eine an sich unspektakuläre Arbeit, ihre buchstäblichen Reize liegen im Detail. Es sind der gesellschaftliche Blick und die Projektionen auf die Frau, die Maria Hahnenkamp in ihren Fotografien und Objekten analysiert. Längst überfällig ist dieser umfassende Werkeinblick. „Maria Hahnenkamp“ MUMOK. Wie funktioniert Kommunikation? Wie funktioniert Nachrichtenübermittlung? Welche Rolle spielt Sprache in Zusammenhang mit aktuellen zeitgeschichtlichen Ereignissen, zumal wenn sie unübersehbarer Ausdruck der Fremdheit ist? Fragen wie diese stellt der in New York lebende Vorarlberger Rainer Ganahl ins Zentrum seiner aktuellen Ausstellung. Ein wichtiger Ausgangspunkt ist der Terroranschlag auf das World-Trade-Center vom 11. September 2001. Das Erlernen der arabischen Sprache, Reisen durch den mittleren Osten und eine riskante Fahrradfahrt durch Damaskus spielen dabei eine Rolle. „Rainer Ganahl – Road to War"
Mit ihrer Programmatik, die Kunstgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Kunst von Frauen aufzuarbeiten, hat sich die Innsbrucker Galerie im Taxispalais in den letzten Jahren eine starke Position erobert. Nun wird mit Charlotte Posenske (1930–1985) eine Künstlerin vorgestellt, die bisher fast nur Fachleuten bekannt war. Ihre wichtigsten Werke schuf sie in den 60er-Jahren im Umfeld des deutschen Minimalismus, den sie aber um das Moment von Bewegung und Variabilität erweiterte. Architektur ist ein wichtiges Bezugssystem ihrer Arbeiten aus Aluminium- und Stahlblech oder Pappe. „Charlotte Posenske“
Er ist weder jung noch schlecht. Dennoch zählt George Condo zu den wenig bekannten Gegenwartskünstlern. Mit dieser Retrospektive soll sich das ändern. Sie führt den Amerikaner als so originellen wie vielseitigen Maler vor, der mit den Stilen und Referenzen spielt, als wären’s Schachfiguren. Für seine bald grotesken, bald altmeisterlich-surrealistischen Bilder greift er Anregungen von unterschiedlichen Künstlern wie Goya, Velazquez, Manet, Picasso auf „George Condo. One hundred women“
So wild die Szene in den 80ern gewesen sein mag – hinsichtlich des Anteils und der Akzeptanz von Künstlerinnen war sie recht zurückhaltend. Zumal die Malerei-Szene war weitgehend männerdominiert. Eine der wenigen, die sich durchsetzen konnten, ist Eva Schlegel. In ihren Arbeiten lotet sie konsequent die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie einerseits, Kunst und Gesellschaft andererseits aus „Eva Schlegel“
„Lebenswelten“ greift sechs Positionen heimischer Fotografie heraus, die die dokumentarischen Möglichkeiten des Mediums ausschöpfen. Heinz Grosskopf (Bild) etwa begleitet seinen 90-jährigen Nachbarn jahrelang durch den Alltag. Czihak/Ebenhofer begeben sich mit Fotos, die in verlassenen Plattenbau-Wohnungen gemacht wurden, auf die Spuren früherer Bewohner. Fotografische Volkskulturstudien betreibt Heinz Cibulka im Zyklus „Stammersdorf“, ähnlich Leo Kandl mit der Serie „Weinhaus“. „Lebenswelten“
Mit dem Abguss eines ganzen Hauses, der ihr 1993 den Turner-Prize einbrachte, katapultierte sich Rachel Whiteread an die Spitze der Kunstwelt. Den Abguss hat die Britin zum plastischen Prinzip ihrer Arbeit gemacht – mit seiner Aura des Verlustes erzählt er von Emotionen, Spuren, Erinnerungen. In ihrer ersten Österreich-Personale beschäftigt sie sich nun wieder mit dem Haus, diesmal mit seinen Grundelementen „Rachel Whiteread. Walls Doors, Floors and Stairs“
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