Salzburger Nachrichten am 6. Mai 2006 - Bereich: Kultur
Protest des Dachverbandes

Landessubvention erst gekürzt, dann eingefroren

Salzburg (SN). Der Dachverband Salzburger Kulturstätten protestierte am Freitag in einem Offenen Brief an den stellvertretenden Landeshauptmann Othmar Raus (SPÖ) gegen die nachhaltige Kürzung der Subventionen. "Durch die geringe Förderung wird unsere ernsthafte Arbeit nahezu unmöglich gemacht", heißt es in dem Brief.

Nachdem das Land für 2004 24.500 Euro gewährt hätte, sei dieser Betrag im Vorjahr auf 20.000 Euro gekürzt worden, erläuterte Thomas Randisek vom Dachverband. Diese Reduktion hätte nur vorübergehend sein sollen, da sie im Zuge einer nachträglichen Budgetsperre des Landes erfolgt sei. Trotzdem gebe es laut Bescheid vom 21. April für das Jahr 2006 nur 20.000 Euro.

Mit einem derart geringen Betrag könne der Dachverband nur den Minimalbetrieb erhalten, doch keine Projekte durchführen, sagte Randisek. Als Sonderprojekte wären für heuer u. a. "Hunger auf Kunst & Kultur" vorgesehen, womit Arbeitslosen und Einkommensschwachen der Besuch von Kulturveranstaltungen erleichtert werden sollte. Zudem sollte mit der Arbeiterkammer die Arbeitsbedingungen von Künstlern erhoben werden.

Der Dachverband ist Interessenvertretung von 60 Kulturinitiativen und -veranstaltern in Stadt und Land Salzburg. Eigenen Angaben zufolge ist er "die bundesweit am geringsten geförderte Interessenvertretung der freien Kulturszene". Die oberösterreichische Schwester KUPF (Kulturplattform Oberösterreich) wird mit rund 1080 Euro pro Mitglied gefördert, in Salzburg beträgt die Vergleichszahl 312 Euro.